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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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33716.2 Charakteristika des Verkehrsflusses fahrenden Fahrzeug einhalten soll, den halben Wert der aktuellen Geschwindigkeit in Kilometern pro Stunde beträgt. Diese allgemein bekannte Regel des „halben Tachoab- stands“ geht von einer Reaktionszeit aus, die kleiner als 1,8 s ist, da bei diesem Wert und gleichbleibender Geschwindigkeit genau der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu- rückgelegt wird. Dieser Mindestabstand wird auch üblicherweise in der Rechtsprechung gefordert (s. z. B. [7]). Für Lkw schreibt die Straßenverkehrsordnung bei Geschwindigkei- ten über 50 km/h ausdrücklich einen Mindest-Wegabstand von 50 m vor, der bei der zuläs- sigen Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge über 7,5 t auf Autobahnen eine Zeitlücke von 2,25 s erfordert. Ausgehend von einer Reaktionszeit von 1,8 s kann in einem einfachen Ansatz die Kapazität eines Fahrstreifens also mit etwa 2000 Fahrzeugen pro Stunde angesetzt werden. Dies gilt gleicherweise für Stadtstraßen wie für Landstraßen oder Autobahnen. Empirische Untersuchungen zeigen allerdings, dass die Zeitlücken im Mittel deutlich unterhalb der 1,8 s liegen und insbesondere bei hohen Verkehrsstärken Werte um die 1,0 s einnehmen. Die 15 %-Perzentile der Verteilung liegt in diesen Fällen sogar bei Werten unter 0,5 s (s. auch Abb. 16.3). Dies bedeutet, dass 15 % der Fahrzeuge mit Zeitlücken, die kleiner als 0,5 s sind, auf das vorausfahrende Fahrzeug folgen. Abb. 16.4 zeigt für unterschiedliche Verkehrsstärkebereiche und unterschiedliche Geschwindigkeitsbeschränkungen die korre- spondierenden Zeitlückenverteilungen. Aufgrund der geringen Folgeabstände bei relativ hohen Geschwindigkeiten werden in empirischen Untersuchungen auch Kapazitäten ermittelt, die deutlich über den genannten 1 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0 0,5 1 1,5 tnetto [s] A2-Ost, MQ-B 164.393, Zeitlückenverteilung mittlerer Fahrstreifen 2 3 q=1200 Kfz/h, Referenz q=1200 Kfz/h, T140 q=1200 Kfz/h, T120 q=1200 Kfz/h, T100 q=1800 Kfz/h, Referenz q=1800 Kfz/h, T140 q=1800 Kfz/h, T120 q=1800 Kfz/h, T100 q=2400 Kfz/h, Referenz q=2400 Kfz/h, T140 q=2400 Kfz/h, T120 q=2400 Kfz/h, T100 2,5 Abb. 16.4 Verteilungsfunktionen der Zeitlückenverteilung für unterschiedliche Verkehrsnach- fragen und Geschwindigkeitsbeschränkungen [2]
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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