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35917.3
Grundlagen zur Unfalldatenauswertung
17.3.2 Aussagekraft von Wirkfeldern im Vergleich zu Effektivfeldern
Beim Vergleich verschiedener Unfalldatenanalysen ist die Art der Datenge
winnung und
die Art der Datenverarbeitung zu unterscheiden. Oft werden jedoch unter optimalen Be-
dingungen angenommene Wirkfelder mit Effektivfeldern unter realen Bedingungen ver-
mischt.
Ein Wirkfeld (area of action) umfasst die Unfälle, auf die ein System Einfluss haben
kann. Das Wirkfeld kann je nach Präzisierung der Spezifikation eines Systems unterschied-
lich ausfallen. Im Ergebnis stellt es eine erste Abschätzung für ein maximal erreichbares
Potenzial der betrachteten Automatisierungsstufe dar. Dagegen ist die tatsächlich resul-
tierende Effizienz einer Funktion in der Regel deutlich geringer. Bei der Effizienz handelt
es sich um die Wirkung, die ein spezifiziertes System tatsächlich hat. Sie wird entweder
am Unfallgeschehen nachgewiesen (a posteriori) oder durch eine Simulation vorhergesagt
(a priori).
Die Ermittlung eines Effektivfeldes (area of efficiency) erfordert somit eine genaue
Kenntnis ĂĽber:
‡ die Systemspezifikation mit entsprechenden Funktionsgrenzen und
‡ das Verhalten des Fahrers.
Der Wirkgrad (degree of efficiency) hingegen beschreibt den prozentualen Anteil, der die
relative Effizienz einer Funktion zum Ausdruck bringt und immer von dem nicht eindeu-
tigen Begriff des Wirkfelds abhängig ist [18]:
Wirkgrad Effektivfeld
Wirkfeld x
%=
= [ ] (17.1)
17.3.3 Sicherheitspotenzial in Abhängigkeit von Automatisierungs-
und Wirkungsgrad
Einige Potenzialanalysen zum Sicherheitseinfluss auf der Basis von Unfalldatenbanken
betrachten das oben beschriebene, maximal anzunehmende Wirkfeld. Dagegen kommen
Wirkgradanalysen der Realität näher, denn sie schätzen ein Effektivfeld für den tatsäch-
lichen Nutzen ein [18]. Der resultierende Sicherheitsnutzen automatisierter Fahrzeuge
ergibt sich allerdings erst, nachdem alle Risiken berĂĽcksichtigt wurden. Der Nutzen
entspricht der Verminderung der Unfallhäufigkeiten bzw. Unfallschwere. Neue Risiken
bestehen im Hinblick auf bislang nicht existierende Unfälle, die mit einer zunehmenden
Automatisierung entstehen können.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung