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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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37117.5 Sicherheitspotenzial versus Risiken zunehmender Automatisierung 17.5.2.2 Menschliche versus maschinelle Leistungsfähigkeit Für differenzierte Potenzialabschätzungen ist ein Vergleich der Leistungsfähigkeit von Mensch und Maschine erforderlich. Eine Analyse der Wahrnehmungsprozesskette gibt vertiefende Erkenntnisse über menschliche Fehler im Verkehrsgeschehen. Hierzu wird die Bewertung psychologischer Daten aus Verkehrsunfällen herangezogen [40]. Dabei hat sich im Rahmen der interdiszi- plinären Unfallanalyse eine Fehlerklassifikation mit fünf Kategorien bewährt. Diese Fünf- Schritt-Methode ist eine praxisbewährte Weiterentwicklung des gemeinsam mit GIDAS entwickelten Unfallursachenschemas ACASS (Accident Causation Analysis with Seven Steps) analog dem Sieben-Schritt-Prinzip nach Jens Rasmussen [41]. Mit dieser Methode ist es möglich, menschliche Fehler zu identifizieren, den Zeitpunkt im Verlauf des Wahrneh- mungsprozesses vom Informationszugang bis zur Handlung zu bestimmen und die jewei- lige Fehlerart zu bewerten (s. Abb. 17.7). Die zugehörigen Fragen betreffen den Informa- tionszugang (Waren relevante Informationen der Verkehrssituation für den Fahrer zugäng- lich? War das Sichtfeld frei?), die Informationsaufnahme (Hat der Fahrer die Verkehrssitua- tion genau beobachtet und relevante Informationen erkannt?), die Informationsverarbeitung (Hat der Fahrer die Verkehrssituation aufgrund der verfügbaren Informationen korrekt inter pretiert?), die Zielsetzung (Hat der Fahrer eine situativ angemessene Entscheidung getroffen?) und die Handlung (Hat der Fahrer die Entscheidung korrekt umgesetzt?). Im Ergebnis zeigt die Unfallanalyse nach dieser Einstufung beim Menschen vorwiegend Feh- lerquellen im Informationszugang und bei der Informationsaufnahme (s. Abb. 17.7, [25]). Für die maschinelle Wahrnehmung nennt Klaus Dietmayer (s. Kap. 20) drei wesentliche Un sicherheitsdomänen, die der menschlichen Informationsaufnahme und Informationsver- arbeitung entsprechen. Es handelt sich um die Zustandsunsicherheit, die Existenzun sicherheit und die Klassenunsicherheit. Alle drei haben direkten Einfluss auf die maschinelle Leistungs- fähigkeit. Steigen die Unsicherheiten in diesen Bereichen über ein noch zu de finierendes Abb. 17.7 Verteilung menschlicher Fehler im Straßenverkehr (vgl. [25])
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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