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Veränderungen in der Supply Chain
Abb. 18.1 Exemplarische fahrerrelevante Tätigkeiten einer generischen Supply Chain (Quelle:
eigene Darstellung, basierend auf [19])
papiere und die Ladungssicherung zuständig. Im Wareneingang hat er eine Empfangsbe-
stätigung zu fordern.
Im Bereich des Warenein- und -ausgangs sind heute Fahrer in vielen Lieferketten fĂĽr die
Entladung des Fahrzeugs zuständig. Ihre Aufgabe endet häufig an der Laderampe, teil
weise
aber erst nach dem Einräumen, Rücklagern oder Nachräumen am Band oder sogar nach
Vorsortierung, internem Transport und der Verräumung der Waren in die Regale (teilweise
in Zwischenlager oder Puffer). Wie frĂĽher ist es bei einigen Paket- und Briefzustellern
Usus, dass der Fahrer die Kommissionierung der Aufträge selbst übernimmt.
Im Bereich der Produktion wären Einsatzfälle denkbar, beispielsweise im Werkverkehr,
wo – ähnlich wie im innerbetrieblichen Bereich – Transportaufträge ausgeschrieben werden
und sich autonome Lkw darum „bewerben“ und den Transportauftrag nach vordefinierten
Kriterien gewinnen können. Hierfür wäre weder eine zentrale Leitsteuerung noch Weg-
findung notwendig. Teilweise existieren bereits GĂĽterschleusen, sodass im Falle des Ge-
fahrenĂĽbergangs keine Personen anwesend sein mĂĽssen.
Würde der Fahrer das Fahrzeug nicht mehr „begleiten“, müssten diese Tätigkeiten von
anderen übernommen werden. Die Unternehmen müssten wieder eigene Beschäftigte für
diese Tätigkeiten einstellen bzw. anlernen. Denkbar wäre aber auch, dass sich für die
Logistik-Dienstleister hier noch ein weiteres Geschäftsmodell ergibt. Es kann also wieder
zu einer Aufwertung von Arbeit allgemein und der Schaffung von lokaler Arbeit vor allem
im urbanen Raum kommen. In anderen Fällen wäre es aber auch denkbar, dass der Auto-
matisierungsgrad im Warenein- und -ausgang weiter zunimmt.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung