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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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42320.2 Maschinelle Wahrnehmung FĂŒr die spĂ€tere Situationsbewertung und SituationsprĂ€diktion ist allerdings nicht nur die physikalische Vermessung der Objekte notwendig, sondern auch die Kenntnis darĂŒber, um welche Objektklasse es sich handelt. Beispielsweise unterscheiden sich ein FußgĂ€nger und ein Motorradfahrer in ihren möglichen Bewegungsfreiheitsgraden und auch in der mögli- chen Bewegungsdynamik. Markierungsstreifen auf der Fahrbahn können je nach Kontext und Konstellation unterschiedliche Bedeutungen haben. Daher ist es notwendig, auch die semantische Bedeutung der erkannten Objekte aus den Sensordaten oder weiteren Infor- mationsquellen wie einer digitalen Karte zu ermitteln. Dieser Vorgang wird im Zusammen- hang mit der maschinellen Wahrnehmung als Klassifikationsschritt bezeichnet, ist aber Bestandteil der maschinellen Wahrnehmung. WĂ€hrend Menschen sehr schnell und fehlerfrei den visuellen Wahrnehmungen auch semantische Bedeutung zuordnen können, ist dies fĂŒr die maschinelle Wahrnehmung nach dem heutigen Stand der Technik noch eine vergleichsweise schwierige Aufgabe. Bekannte Klassifikationsverfahren basieren immer auf mehr oder weniger komplexen Modellen er- warteter Objektklassen, die entweder aus Beispielen automatisiert gelernt oder manuell vorgegeben werden. Diese Modelle weisen dann möglichst diskriminierende, mit den ver- fĂŒgbaren Sensoren erfassbare Merkmale auf, sodass zwischen den vorkommenden Objekt- klassen unterschieden werden kann. Es wird aber auch deutlich, dass vorab nicht trainierte Objektklassen mit heute bekannten Verfahren auch nicht semantisch identifiziert werden können. Aufgrund der signifikant höheren LeistungsfĂ€higkeit haben sich lernende Klassi- fikationsverfahren heute weitgehend durchgesetzt. Eine maschinelle Wahrnehmung mit semantischen Informationen ist im Kontext der Fahrerassistenzsysteme und des automatisierten Fahrens nur deshalb technisch möglich, weil der Verkehrsraum gut strukturiert und auf wenige Objektklassen beschrĂ€nkt ist. Zudem ist fĂŒr die Situationserkennung und SituationsprĂ€diktion nur eine grobe Klassenunterschei- dung relevant. Nach dem heutigen Stand der Technik reicht es aus, unter den bewegten Objekten zwischen den Klassen FußgĂ€nger, Radfahrer, Personenkraftwagen und Lastkraft- wagen bzw. Bussen unterscheiden zu können. Hinzu kommen noch stationĂ€re Hindernisse, die jedoch meist zusammen mit den nicht klassifizierbaren Objekten einer Restklasse hinzugefĂŒgt werden. FĂŒr die korrekte Zuordnung der klassifizierten Objekte zur Verkehrsinfrastruktur ist es ferner notwendig, auch Fahrstreifenmarkierungen, SperrflĂ€chen, Haltelinien, Lichtsignal- anlagen und Verkehrsschilder zuverlĂ€ssig mit korrekter semantischer Bedeutung zu erken- nen. Da diese komplexe Klassifikationsaufgabe heute noch nicht mit der notwendigen ZuverlĂ€ssigkeit möglich ist, werden nach dem Stand der Technik unterstĂŒtzend hochgenaue und umfassend attributierte digitale Karten verwendet. Hieraus kann das automatisierte Fahrzeug bei bekannter eigener Position die im Sensorsichtfeld zu erwartenden stationĂ€ren Objekte sowie Markierungen inklusive semantischer Bedeutung entnehmen. Die Sensorik muss dann nur noch das Vorhandensein der Objekte verifizieren. Ein Nachteil dieser Vorgehensweise ist es, dass zum einen eine hochgenaue Lokalisa tion des eigenen Fahrzeugs notwendig ist, fĂŒr die Standard-GPS-Verfahren nicht ausreichen, und zum anderen die Karte immer aktuell sein muss. Aus diesem Grund wird man zukĂŒnf-
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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