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PrÀdiktion von maschineller Wahrnehmungsleistung beim automatisierten
Fahren428
Der Messprozess der Sensoren lÀsst sich allgemein durch eine Messgleichung der Form
z h x
wk
k k k
k+
+ +
+=
(
)+1
1 1
1| ,
beschreiben. Die Messfunktion h .() beschreibt, wie Messungen und ZustandsgröĂen zu-
sammenhĂ€ngen. Kann beispielsweise eine ZustandsgröĂe direkt gemessen werden, handelt
es sich bei h .() um eine Eins-zu-eins-Abbildung. Die stochastische StörgröĂe wk+1 re-
prÀsentiert hierbei einen möglichen Messfehler. Eine alternative mathematische ReprÀsen-
tation der Messgleichung ist die Likelihood-Funktion
g z xk
k+
+(
)1
1| .
Bei Vorliegen der aktuellen Messungen zk+1 wird die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
des Objektzustandes aktualisiert. Die Berechnung der aktuellen SchÀtzung des Zustands
erfolgt anhand der Bayes-Formel
p x z g z x p x x
g z x
pk
k k k k k k k k
k k k
+ + + + + + +
+ +
( )= ( ) ( )
â« (
)1
1 1 1 1 1 1
1 1
| |
| | |
+ +(
)1
1| | .
k k
kx
x dx
Dieser zweite Schritt zum Einbringen der aktuellen Messung wird als Innovationsschritt
bezeichnet.
Das durch PrÀdiktionsschritt und Innovationsschritt kurz beschriebene rekursive SchÀtz-
verfahren wird als allgemeines Bayes-Filter bezeichnet, worauf alle heute ĂŒblichen Metho-
den und Implementationen der stochastischen ZustandsschÀtzung basieren. Neben den
Prozess- und Messgleichungen benötigt das Verfahren nur eine Apriori-PDF fĂŒr den Ob-
jektzustand p
x0
0( ) zum Zeitpunkt k = 0. Das Filter ist in dieser allgemeinen Form jedoch
nicht effizient zu implementieren.
Unter der Annahme von normalverteilten Messsignalen sowie linearen Modellen er-
möglicht das Kalman-Filter [9] eine einfache analytische Implementation des allgemeinen
Bayes-Filters. Da eine GauĂ-Verteilung durch ihre ersten beiden statistischen Momente,
d. h. den Mittelwert sowie die zugehörige Kovarianzmatrix, vollstÀndig beschrieben ist,
stellt die zeitliche Filterung der Momente eine mathematisch exakte Lösung dar. Eine An-
wendung des Kalman-Filters auf Systeme mit nichtlinearen Prozess- oder Messgleichun-
gen lÀsst sich anhand des Extended-Kalman-Filters (EKF) [12] sowie des Unscented-
Kalman-Filters (UKF) [15] realisieren. WĂ€hrend das EKF die Systemgleichungen unter
Nutzung einer Taylorreihen-Approximation linearisiert, ist das Ziel des UKF eine stochas-
tische Approximation anhand sogenannter Sigma-Punkte [15].
UnabhÀngig von der konkreten Implementation ist allen auf dem allgemeinen Bayes-
Filter basierenden Verfahren gemein, dass sie fortlaufend ein probabilistisches MaĂ fĂŒr die
Unsicherheit der aus den Sensordaten bestimmten physikalischen GröĂen liefern. Hier-
durch lassen sich AusfÀlle von Sensoren, aber auch eine Degeneration der LeistungsfÀhig-
keit einzelner Sensoren zuverlÀssig erkennen. Weichen beispielsweise Messdaten einzelner
Autonomes Fahren
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