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44121.1
Einleitung
Heinrich [5] und HydĂ©n [6], dass UnfĂ€lle mit abnehmender Schwere in gröĂerer Zahl auf-
treten. Die Skala der zugehörigen Schwere des Unfalls ist ordinal, d. h., eine Ordnung
zwischen den verschiedenen Schweregraden ist eindeutig vorhanden: Ein Getöteter wiegt
beispielsweise schwerer als ein Schwerverletzter. Das VerhÀltnis zwischen den Stufen ist
jedoch in der Wissenschaft strittig. Zwar werden Schweregrade ĂŒber Kosten verglichen,
dies ist jedoch umstritten und wird in dieser Arbeit nicht weiter diskutiert.
Aus der Betrachtung von Schwere und Anzahl folgt, dass zwar Risiken behoben werden
(s. Abb. 21.2 grĂŒner Bereich), aber auch weiterhin Risiken existieren (s. Abb. 21.2 blauer
Bereich), die nicht durch die Fahrzeugautomatisierung adressiert werden. ZusÀtzlich ent-
stehen neue Risiken durch die Substitution des Menschen und die automatisierte AusfĂŒh-
rung der FahrzeugfĂŒhrung. Der Mensch steht nicht mehr als RĂŒckfallebene im Fall eines
Fehlers oder einer UnzulĂ€nglichkeit zur VerfĂŒgung. Abb. 21.2 stellt dieses zusĂ€tzliche
Risiko durch den gelben Bereich dar. Hierbei ist ungewiss, ob das Beheben von Risiken
und das Entstehen zusĂ€tzlicher Risiken ĂŒber die Schwere gleichmĂ€Ăig erfolgt. Möglich ist
eine stÀrkere Abnahme von schweren UnfÀllen, aber eine Zunahme von leichteren Un-
fÀllen. Abb. 21.2 zeigt diesen Gedanken mithilfe der Verformung des angenommenen
Dreiecks.
Abb. 21.1 Theoretisches Unfallvermeidungspotenzial bei Fahrzeugautomatisierung [4]
Abb. 21.2 Theoretisches Unfallvermeidungspotenzial bei Fahrzeugautomatisierung unter BerĂŒck-
sichtigung der Unfallschwere (nach [4])
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung