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44721.3
Anforderungen an ein Testkonzept
Deshalb gibt es bereits heute Bestrebungen, andere TestdurchfĂŒhrungen neben der
Realfahrt fĂŒr die finale Absicherung einzusetzen. Das einzige den Autoren dafĂŒr bekannte
Beispiel betrifft die Homologation von ESC-Systemen. Nach EU-Verordnung ECE-Rege-
lung 13H [15] besteht die Möglichkeit, diese teilweise in der Simulation durchzufĂŒhren:
Wenn ein Fahrzeug gemÀà Absatz 4 physikalisch geprĂŒft worden ist, kann die Ăberein-
stimmung anderer Versionen oder Varianten desselben Fahrzeugtyps mittels Rechnersimu-
lationen nachgewiesen werden, die die PrĂŒfbedingungen des Absatzes 4 und die PrĂŒfver-
fahren des Absatzes 5.9 einhalten.
Wohlgemerkt geht es hier allein um das ESC-System. Als Beispiel wird von Baake et al.
[16] die Homologation von ESC-Systemen fĂŒr Vans von Mercedes-Benz in Zusammen-
arbeit mit Bosch und IPG CarMaker beschrieben: Mithilfe von sogenannten Master Cars
wurde in CarMaker ein Fahrzeugmodell erstellt; mit diesen Master Cars wurden Referenz-
daten gesammelt und basierend darauf das Simulationsmodell validiert. Damit wurde die
simulationsbasierte Empfehlung zur Freigabe fĂŒr weitere Fahrzeugvarianten mit unter-
schiedlicher Beladung ermöglicht. Baake et al. berichtet zusĂ€tzlich vom Ăbertragen dieses
Vorgehens auf die Funktion Cross Wind Assist (CWA), die jedoch noch nicht fĂŒr die Ab-
sicherung zur Freigabe eingesetzt wurde.
21.3 Anforderungen an ein Testkonzept
Um im Folgenden zu diskutieren, warum die Vollautomatisierung eine besondere Heraus-
forderung fĂŒr die Freigabe darstellt, werden zunĂ€chst die Anforderungen an Testkonzepte
fĂŒr die Freigabe beschrieben. Diese sind unterteilt in EffektivitĂ€ts- und Effizienzkriterien.
21.3.1 EffektivitÀtskriterien
ReprĂ€sentativ â valide
Die Anforderung der ReprÀsentativitÀt hat zwei Aspekte: Auf der einen Seite muss die
Testfallgenerierung dafĂŒr sorgen, dass die nötige Testabdeckung erreicht wird. Ein Fahr-
zeug sollte beispielsweise nicht nur bei 20 °C und Sonnenschein getestet werden, da es im
realen Einsatz auch Schnee, Regen und Temperaturen unter 0 °C ausgesetzt ist. AuĂerdem
sollten Fahrzeuggrenzmuster (Toleranzen in der Produktion) bei der Testfallgenerierung
betrachtet werden. Auf der anderen Seite muss die TestdurchfĂŒhrung den minimal not-
wendigen Grad an RealitÀt aufweisen. Das bedeutet, dass die Vereinfachung in der Dar-
stellung der RealitÀt weder das Verhalten des Testobjekts noch das Verhalten und die
Eigenschaften der Umwelt gegenĂŒber dem realen Verhalten beeinflussen darf.
Autonomes Fahren
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