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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Lernen autonome Fahrzeuge?482 Das damit einhergehende Risiko folgt aus der Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Unfall sowie aus der potenziellen Schwere dieses Unfalls. Bei beiden Werten handelt es sich um Unbe- kannte, die es möglichst genau zu schĂ€tzen gilt. Dabei ist der prinzipielle Ansatz [46] fĂŒr die Ermittlung der Wahrscheinlichkeit, die Trajektorien von Ego-Fahrzeug und Objekten im Umfeld, basierend auf gemessenen Zu- standsgrĂ¶ĂŸen, zu prĂ€dizieren. Aufgrund der erwĂ€hnten Unsicherheiten durch den mensch- lichen Fahrer, durch Sensoren und Aktoren und einer Interaktion zwischen den Objekten gibt es nicht nur die eine Trajektorie, sondern eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zu- stĂ€nde aller Objekte ĂŒber der Zeit. Überdecken sich die möglichen Aufenthaltsbereiche der Objekte, besteht eine Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Unfall. Die möglichen ZustĂ€nde der Objekte folgen aus eingesetzten dynamischen Modellen und aus definierten Grenzwerten fĂŒr dynamische GrĂ¶ĂŸen. Bei [34] wird dafĂŒr ein Einspurmodell fĂŒr Fahrzeuge eingesetzt, um einen Kompromiss zwischen PrĂ€diktionsgenauigkeit und Rechenaufwand zu finden. ZusĂ€tzlich werden die dynamischen GrĂ¶ĂŸen wie Beschleunigung und Lenkrate auf – nach EinschĂ€tzung des Autors [34] – unkritische und typische Werte begrenzt. In [34, 47] findet sich eine Übersicht ĂŒber alternative Methoden. Allen Methoden ist gemein, dass die Dyna- miksimulation eines Fahrzeugs nicht analytisch erfolgen kann [45], sodass numerische Methoden mit einhergehender Diskretisierung und Vereinfachung einzusetzen sind. Das Einbeziehen der Schwere in die Gefahrenbewertung wird bei [48] durch eine rela- tive Bewertung jedes Unfalls anhand des unelastischen Stoßes angenĂ€hert. Dies entspricht dem auf der Potential Collision Energy (PCE) basierenden Ansatz [40]. DarĂŒber hinaus wurden jedoch keine AnsĂ€tze gefunden, die sowohl Schwere als auch Wahrscheinlichkeit in Kombination bestimmen. Ein Grund dafĂŒr sind auf der einen Seite ungenaue analytische Regressionsmethoden [49] und auf der anderen Seite rechenintensive Finite-Elemente- Methoden (FEM), die aktuell auch in anderen Bereichen fĂŒr die Unfallschwerebestimmung eingesetzt werden [50]. Meier et al. [49] liefern hierfĂŒr einen neuen Ansatz, der auf sym- bolischer Regression basiert. Mithilfe einer Datenbank von Crashsituationen (gewonnen durch FEM-Berechnungen) werden Regressionsfunktionen gelernt, die fĂŒr eine Situation die zugehörige Unfallschwere innerhalb von wenigen Millisekunden vorhersagen. DafĂŒr werden Precrash-Informationen wie Fahrzeugmasse, Geschwindigkeiten, Kollisionspunkt und Kollisionswinkel genutzt. Nachteil dieses Ansatzes ist die bedingte Interpretierbarkeit, da das Regressionsmodell nicht aus physikalischen GrĂ¶ĂŸen gebildet wird. Wenn dieser Ansatz eine valide PrĂ€diktion der Schwere liefert, könnte damit die Risikobewertung um eine Schwerebewertung ergĂ€nzt werden. FĂŒr die Bewertung der Sicherheit der adaptiven automatisierten FahrzeugfĂŒhrung sind die vorgestellten Verfahren aktuell aus folgenden GrĂŒnden noch nicht umfassend geeignet. Zum einen basieren sĂ€mtliche AnsĂ€tze auf einer Reihe von Vereinfachungen wie beispiels- weise der VernachlĂ€ssigung von Wetterbedingungen, der Vereinfachung der Fahrdynamik sowie der fehlenden Betrachtung von Sensorunsicherheiten. Zum anderen bieten die aktu- ellen Verfahren, wie vorgestellt wurde, noch keine validierte und kombinierte Ermittlung der Wahrscheinlichkeiten und Schweren von UnfĂ€llen. Eine allgemeine Definition und Bewertung der Sicherheit der FahrzeugfĂŒhrung ist somit aktuell noch nicht gegeben.
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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