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Fazit
Anwendung des Maschinellen Lernens für die Fahrzeugautomatisierung während des Be-
triebs sowohl die Verkehrssicherheit (safety) als auch die Datensicherheit (security)
mit hoher Priorität zu betrachten sind. Für die Bewertung der Verkehrssicherheit respekti-
ve des Risikos fehlt aktuell noch ein valides Maß. Deshalb liegt nahe, dass der Einsatz von
adaptiven Maschinellen Lernverfahren während des Betriebs zunächst eine fehlertolerante
Auslegung mit redundanten herkömmlichen Systemen erfordert, bei denen die herkömm-
lichen Systeme zur Bewertung der Verkehrssicherheit dienen. Somit ist zu erwarten, dass
Maschinelles Lernen während des Betriebs (adaptive Systeme) die Fahrzeugautomatisie-
rung zunächst nur innerhalb eines vorgegebenen Rahmens der herkömmlichen Systeme
optimieren wird.
Aufgrund der aufgezeigten Herausforderungen hinsichtlich des Nachweises eines siche-
ren Verhaltens des zeitvarianten adaptiven Systems erscheint es notwendig, intensiv weiter
an einer Runtime-Verifikation und -Validierung zu forschen. Gleiches gilt für die zuvor
angesprochenen eingesetzten nicht-adaptiven Systeme und deren Nachweis der Sicherheit.
Zwar existiert eine Vielzahl an Literatur über bereits erfolgreich eingeführte Beispiele,
jedoch kommen diese zumeist aus anderen Bereichen, die keine vergleichbaren Anforde-
rungen an ein Produkt stellen.
In diesem Beitrag wurde die Frage der Datensicherheit (security) nur am Rande disku-
tiert und stattdessen auf Kap. 24 verwiesen. Ansätze des Lernens benötigen Daten und
somit Informationen über Insassen, Fahrzeug und Umwelt. Somit kommt dem Datenschutz
eine der Verkehrssicherheit (safety) gleiche Relevanz zu. Anzumerken ist, dass die Umwelt
natürlich auch die Personen in dieser und somit deren Datenschutz beinhaltet. Die Qualität
und Quantität der für die Fahrzeugautomation benötigten Sensoren ist auf der einen Seite
Antreiber des Maschinellen Lernens, aber auf der anderen Seite jedem Datenschützer
suspekt. Eine besondere Eigenschaft der Fahrzeugsensoren ist zusätzlich, dass diese aktuell
zu einem Großteil nicht physikalisch abgedeckt werden, wenn das Fahrzeug oder die Funk-
tion nicht aktiv ist. Mit dem Einsatz des Maschinellen Lernens sollte dementsprechend
direkt auch die Datensicherheit angesprochen werden.
Nichtdestotrotz bringt gerade der Einsatz von vernetzten Agenten und lernenden Syste-
men Vorteile, deren Auswirkungen nicht abzuschätzen sind. Kollektiv lernende Agenten
müssen sich vorhandenes Wissen nicht langwierig aneignen, sondern können es per Daten-
übertragung (copy & paste) an nächste Fahrzeug- bzw.- Softwaregenerationen übergeben.
Dies, verbunden mit einem Zugriff auf die große Menge von elektronisch erfassten In-
formationen, besitzt das Potenzial, die Fahrzeugführung, den Straßenverkehr und somit das
ganze (Mobilitäts-)Verhalten der Menschen zu verändern. Dabei sind die Erkenntnisse, die
für die Fahrzeugführung gewonnen werden, in gleichem Maße für die Forschung an medi-
zinischen Robotern sowie Haushaltsrobotern mit Menschenkontakt von Interesse. Auf-
grund der ähnlichen Rahmenbedingungen gilt Gleiches auch umgekehrt, was für eine enge
Zusammenarbeit zwischen Fahrzeugtechnik und Robotik spricht.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung