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Erhebung und Nutzbarmachung zusätzlicher Daten – Möglichkeiten und
Risiken520
Fahrroboters, des Fahrers oder anderer Parteien den Unfall verursacht haben könnte. Dies
wäre im Einklang mit anderen Beispielen der Vorgehensweise von Strafverfolgungsbe-
hörden, die ein großes Interesse an Daten haben, die durch die Computerisierung von
Aktivitäten zugänglich werden, da computerisierte Aktivitäten meist einfach zu proto-
kollieren sind.
24.2.2.2 Use-Case 2: Autonomes Valet-Parken
Der Fahrroboter stellt das Fahrzeug – nachdem die Insassen es verlassen haben und ge-
gebenenfalls Transportgut ausgeladen wurde – in einer nahen oder auch entfernten Park-
position ab. Anschließend fährt der Fahrroboter das Fahrzeug von der Parkposition wieder
zurĂĽck bzw. an eine andere gewĂĽnschte Adresse oder parkt das Fahrzeug um. Die Fahrer
sparen so die Zeit fĂĽr die Parkplatzsuche, das Abstellen sowie den FuĂźweg von einem
weiter entfernten Parkplatz zum eigentlichen Ziel. AuĂźerdem wird hierdurch der Zugang
zum Fahrzeug (räumlich wie zeitlich) erleichtert. Der Parkraum wird durch das autonome
Valet-Parken effizienter genutzt und die Parkplatzsuche effizienter gestaltet.
Neue und zusätzliche Daten, die das Auto in diesem Use-Case sammeln und lernen kann,
sind:
‡ Dauer eines Aufenthaltes: Wie viel Zeit verbringen die Nutzer vor Ort?
‡ Gebiete von Interesse: Wo verbringen Nutzer mehr oder weniger Zeit?
‡ Fahrt- und Aufenthaltszeiten: Wann verbringen die Nutzer mehr oder weniger Zeit
auĂźerhalb ihres Autos?
‡ Unter welchen Umständen wird das Auto unbeaufsichtigt gelassen?
‡ Besuchsgewohnheiten: Wie oft begibt sich der Nutzer an einen bestimmten Ort, z. B.
„jedes Wochenende zu einem bestimmten Supermarkt, einer Bar oder Diskothek“?
‡ Umgebung: Diese Daten sind im Prinzip die gleichen wie in Use-Case 1, variieren
jedoch in ihrer Abhängigkeit von der Umgebung. Auf einem gefüllten Parkplatz kann
das Auto pro Zeiteinheit mehr Nummernschilder erfassen als auf einer Autobahn, aber
vermutlich weniger Gesichter, weil die meisten Autos leer sind. Auf dem Weg zum
Parkplatz werden allerdings vermutlich oft mehr Gesichter erfasst werden, weil z. B.
Fußgänger die Straßen überqueren, als auf dem Parkplatz selbst, vermutlich sogar
mehr als auf der Autobahn.
Da es keine direkte Wechselwirkung zwischen Fahrer und Fahrzeug gibt, werden keine
Daten ĂĽber das Fahrverhalten erfasst.
24.2.2.3 Use-Case 3: Vollautomat mit VerfĂĽgbarkeitsfahrer
Use-Case 3 ist Use-Case 1 ähnlich, da in beiden Fällen der Fahrroboter die Aufgabe des
Fahrens ausführt und der menschliche „Fahrer“ in dieser Situation als Passagier die Hände
vom Lenkrad sowie die FĂĽĂźe von den Pedalen nehmen und andere Dinge tun kann. In Use-
Case 3 kann der Fahrer jedoch in mehr Situationen die Kontrolle an den Fahrroboter ĂĽber-
geben und ist nicht wie in Use-Case 1 auf Autobahnen beschränkt. Folglich sind die neuen
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung