Page - (000559) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Im Beitrag Grundlegende und spezielle Rechtsfragen für autonome Fahrzeuge geht Tom
Gasser vertieft ein auf die grundlegende Betrachtung des heutigen Straßenverkehrs und
seiner Gefahren, die vor dem Hintergrund des Menschenrechtes auf Leben und körperliche
Unversehrtheit dargestellt werden. Hierauf basierend wird aufgezeigt, dass der grundlegen-
de Wandel auf dem Weg zum autonomen Fahren darin liegen wird, vom fahrergesteuerten
Fahrzeug zu einem eigenständigen maschinellen Wirken im öffentlichen Raum überzuge-
hen, ohne dass Gefahren sich hierbei gänzlich werden ausschließen lassen. Diesen System-
wechsel ordnet der Verfasser vor dem verfassungsrechtlichen Hintergrund als wesentlich
ein. Fortgesetzt wird die Betrachtung der rechtlichen Auswirkungen autonomen Fahrens
anhand des resultierenden Automatisierungsrisikos und des gedanklichen Modells von
„Dilemma-Situationen“. Hieraus ergeben sich grundlegende Anforderungen an die Ge-
staltung autonomer Steuerungsfunktionen beim Schutz von Fußgängern und Radfahrern
wie auch weitere Forschungsfragen bei der Bestimmung von Ursachen für das Zustande-
kommen von Verkehrsunfällen im heutigen System des Straßenverkehrs. Ein vertieftes
Verständnis dieser Kausalabläufe kann nach Ansicht des Verfassers zu weiterführenden
Erkenntnissen im Rahmen der sicheren Gestaltung autonomen Fahrens führen. Neben
einigen weiteren Spezialfragen wird vor allem auf die Kommunikation zwischen Verkehrs-
teilnehmern im Straßenverkehr eingegangen. Auch hier zeigt sich für das vorliegend
betrachtete Fernziel autonomer Fahrzeugführung der Bedarf an grundlegend neuen Kon-
zepten.
Die Produkthaftung in den Vereinigten Staaten steht im Mittelpunkt des Beitrages Pro-
duct Liability Issues in the U.S. and Associated Risk Management von Stephen Wu. Das
Risikomanagement von Produkthaftung ist eine wichtige Herausforderung, der sich die
Automobilindustrie und andere in diesem Bereich tätige Unternehmen stellen müssen,
wenn sie darauf abzielen, autonome Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten zu verkaufen.
Hersteller autonomer Fahrzeuge können dabei ganz erheblichen, möglicherweise sogar
existenziellen Risiken ausgesetzt sein. Lebhafte Darstellungen von Produkthaftungsfällen
im Automobilbereich aus den vergangenen Jahrzehnten zeigen das abstrakt erscheinende
Risiko und die auslösenden Faktoren auf. Dieser Überblick macht die Risiken greifbar und
anschaulich. Vor diesem Erfahrungshintergrund werden Empfehlungen für das produkt-
haftungsrechtliche Risikomanagement im Entwicklungs- und Absicherungsprozess herge-
leitet. Der Hersteller kann Risiken durch eine sorgfältige Vorbereitung auf mögliche Pro-
dukthaftungsfälle minimieren.
Ausgehend von einer abstrakten Betrachtung von Risiken und Unsicherheiten, die
sowohl autonome als auch heutige Fahrzeuge aufwerfen, wird die erhebliche Herausforde-
rung dargestellt, die eine Regulierung konkret bedeutet. Im Ergebnis des Beitrages Regu-
lation and the Risk of Inaction kommt Bryant Walker Smith so zu insgesamt acht hand-
lungsleitenden Empfehlungen strategischer Art – vorwiegend bezogen auf die öffentliche
Hand, aber auch für betroffene private Akteure im Umfeld autonomen Fahrens. Diese
Strategien können entweder den Risiken selbst oder nachteiligen Folgen und Auswirkun-
gen autonomen Fahrens wirksam begegnen. Argumentativ stützt er seinen innovations-
offenen Ansatz dabei auf Chancen, die eine Fahrzeugautomatisierung bieten kann. Eine
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung