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seiner grundlegenden einleitenden Feststellungen im Zusammenhang mit Regulierung ist
dabei bestimmt durch ihre Notwendigkeit: Werden Entscheidungen in den handlungs-
leitenden Bereichen nicht von den für eine abstrakte Entscheidung Verantwortlichen
getroffen, kommt es lediglich zur Verlagerung im konkreten Einzelfall einer Risikover-
wirklichung: So werden sich dann Gerichte mit derselben Fragestellung auseinandersetzen
müssen.
Die Berücksichtigung technischer, rechtlicher sowie ökonomischer Risiken beim Ent-
wicklungs- und Freigabeprozess automatisierter Fahrzeuge ist Gegenstand des Beitrages
von Thomas Winkle. Aus langjährigem Expertenwissen wird die positive technische Ent-
wicklung der Fahrzeugsicherheit über die vergangenen Jahrzehnte nachgezeichnet. Einer
höheren Sicherheit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge stehen diesbezüglich gestiegene
Verbrauchererwartungen gegenüber. Diese Erwartungen und Anforderungen an den Auto-
mobilhersteller werden auch anhand der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Produkt-
haftung aufgezeigt und belegt. Hingewiesen wird aber insbesondere auf die mittelbaren
ökonomischen Auswirkungen von Produktkrisen auf den Fahrzeughersteller, die in Form
des Vertrauensverlustes von Kunden noch wesentlich schwerer wiegen können. Herausge-
arbeitet werden die tatsächlichen Möglichkeiten des Herstellers, über den Entwicklungs-
und Freigabeprozess von Fahrzeugen auf die Fahrzeugsicherheit einzuwirken. Hierbei wird
die Erarbeitung nicht nur neuer Ansätze in Bezug auf neue Sicherheits- und Testkonzepte
gesehen, sondern vor allem die Empfehlung eines international abgestimmten Leitfadens,
der – aufbauend auf dem entsprechenden Instrument zur sicheren Gestaltung von Fahrer-
assistenzsystemen – in gleicher Weise für automatisierte Fahrzeuge empfehlenswert er-
scheint. Abschließend wird im historischen Rückblick auf die ersten Schritte des Automo-
bils dargelegt, wie ein übertriebener Perfektionismus die Einführung einer Innovation
verhindern kann. Als Schlussfolgerung wird deshalb die gewissenhafte und sorgfältige
Anwendung vorliegender Expertenerfahrung als innovationsfreundlicher Ansatz bei der
Entwicklung automatisierter Fahrzeuge dargestellt.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung