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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Entwicklungs- und Freigabeprozess automatisierter Fahrzeuge622 Ob ein automatisiertes Fahrzeug die erforderliche Sicherheit erreicht hat, zeigt sich am Ende des Entwicklungsprozesses: ‡ Wurde eine angemessene Sicherheit durch geeignete und genügende Maßnahmen nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik bei Inverkehrbringen erreicht? Auch nach einer erfolgreichen Markteinführung ist eine Beobachtung im Serieneinsatz zwingend erforderlich. Selbst dann, wenn alle rechtlichen Anforderungen, Richtlinien und Qualitätsprozesse für einen sicheren Gebrauch der entwickelten automatisierten Funk- tionen und für mögliche Fehlfunktionen eingehalten wurden. Die Beobachtungspflicht ergibt sich aus der Verkehrssicherungspflicht im Rahmen von § 823 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) [13], deren Verletzung eine Haftung für einen Fehler auslöst, der solcher maßen hätte erkannt werden müssen. So stellt sich bei Produkthaftungsfällen auch die abschließende Frage: ‡ Wird bzw. wurde das automatisierte Fahrzeug im Kundenbetrieb beobachtet? 28.4.3 Potenzielle Gefahrensituationen zu Beginn der Entwicklung Alltagserfahrungen unserer technologisch fortgeschrittenen Gesellschaft zeigen: Risiken und gefahrenträchtige Handlungen gehören zwangsläufig zum Leben. Unsicherheit und Unwägbarkeiten werden nicht mehr als schicksalhaft hinzunehmende Ereignisse betrach- tet, sondern als mehr oder weniger kalkulierbare Unsicherheiten [23]. Daraus er geben sich höhere Ansprüche an das Risikomanagement für die Hersteller neuer Technologien. Eine strukturierte Analyse der Gefahren unter Berücksichtigung aller möglichen Um- stände kann helfen, einen ersten Gesamtüberblick über die potenziellen Gefahren zu erhal- ten. Deshalb ist es im frühen Entwicklungsstadium sinnvoll, eine vollständige Beschrei- bung des automatisierten Fahrzeugs zu geben, um eine logische Gefahrenanalyse und eine anschließende Risikoklassifizierung zu gewährleisten (s. Abschnitt 28.4.4). Auf dieser Basis ist es möglich, zum Projektstart in einem interdisziplinären Experten- team (S. 627, Abb. 28.4) gemeinsam eine vollständige Liste der potenziell gefährlichen Situa tionen zu erstellen. Dies führt in der Regel zu vielen relevanten Situationen. Aufgrund praktischer Erwägungen sollten die Szenarien später für eine Expertenbewertung und Testung auf jene Situationen beschränkt werden, welche die höchste Relevanz be sitzen (z. B. relevante Szenarien aus der Verknüpfung verfügbarer Verkehrsunfall-, Wetterdaten und Verkehrssimulationen, s. Kap. 17). Nach der Systemdefinition ist es empfehlenswert, zunächst Situationen in einer Liste oder Tabelle zu sammeln. Diese berücksichtigt: ‡ wann die Funktion der Automatisierung verlässlich gewährleistet sein sollte (normale Funktion)
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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