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Entwicklungs- und Freigabeprozess automatisierter
Fahrzeuge624
Grundlegend kann das Risiko R für einen analytischen Ansatz ausgedrückt werden als
Funktion F der Frequenz f, mit der ein gefahrbringendes Ereignis auftritt, und der poten-
ziellen Schadensschwere S des sich daraus ergebenden Schadens:
R F f
S=
( ), (28.1)
Die Frequenz f, mit der ein gefahrbringendes Ereignis auftritt, wird wiederum von ver-
schiedenen Parametern beeinflusst. Ein wesentlicher zu berücksichtigender Faktor ist, wie
häufig oder wie lange sich eine Person in einer Situation aufhält, in der eine Gefahr auf-
treten kann (E = exposure). Ein anderer Faktor, der das Auftreten eines gefahrbringenden
Ereignisses beeinflusst, ist die Vermeidung einer potenziellen Schadensauswirkung durch
rechtzeitige Reaktionen der am Unfallgeschehen beteiligten Personen bzw. Verkehrsteil-
nehmer (C = controllability). Eine Beherrschbarkeit durch den Fahrer entfällt jedoch in
Bezug auf das unfallbeteiligte fahrerlose bzw. vollautomatisierte Fahrzeug. Das Produkt
E x C ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass in einer gewissen Situation ein Fehler
das Potenzial hat, sich entsprechend dem beschriebenen Schaden auszuwirken.
Ein weiterer Faktor (Ȝ = Fehlerrate) lässt sich zurückführen auf unentdeckte zufällige
Hardwareausfälle der Systemkomponenten und auf gefährliche systematische Fehler, die
im System verblieben sind. Er stellt die Häufigkeit des Auftretens bezogen auf E dar, mit
der das automatisierte Fahrzeug selbst ein gefahrbringendes Ereignis auslösen kann. Somit
beschreibt das Produkt f die Anzahl der Ereignisse, die während der Zeit E (z. B. gefahrene
Kilometer oder Anzahl der Fahrzeugstarts) zu erwarten sind.
f E= ×λ (28.2)
Abb. 28.3 Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit auf gesellschaftlich und individuell
akzeptierte Risiken
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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