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Entwicklungs- und Freigabeprozess automatisierter
Fahrzeuge628
Bei den Entwicklungsschritten zur Erhöhung der Produktsicherheit automatischer Fahr-
zeuge steht die Funktionssicherheit als Schlüsselanforderung im Vordergrund. Sie bezieht
sich auf die gesamte Interaktion zwischen dem Fahrzeug und der Umgebung. Eine Interak
tion
mit dem Fahrer [30] ist dann zu berücksichtigen, wenn hierfür entsprechend dem Anwen-
dungsfall bzw. der Funktionalität eine Schnittstelle vorgesehen ist. Vollautomatische Fahr-
zeuge schließen im Wesentlichen die fünf folgenden Nutzungssituationen für die Betrachtung
der Produktsicherheit ein. Im Vordergrund steht die funktionale Sicherheit des vollautoma-
tischen Fahrzeugs – innerhalb sowie an den Leistungsgrenzen und auch jenseits davon.
Weiterhin ist die Funktionssicherheit während und nach Systemausfällen zu betrachten. Eine
sorgfältige Entwicklung anwendungssicherer fahrerloser Fahrzeuge muss sicherstellen, dass
diese die Kritikalität einer Situation erkennen, über geeignete Maßnahmen zur Gefahrenab-
wehr (z. B. Degradation, Fahrmanöver) mit einer Rückführung in einen sicheren Zustand
entscheiden und diese Maßnahmen schließlich durchführen.
Einen Überblick über einen möglichen Arbeitsfluss im Hinblick auf die Freigabe bis
hin zur Stilllegung gibt Abb. 28.5. Am Ende der Entwicklung eines automatisierten Fahr-
zeugs entscheidet das Entwicklungsteam, ob noch ein abschließender Bestätigungstest
erforderlich ist. Dieser bestätigt, dass der Serienstand eine ausreichende Sicherheit erreicht.
Hierzu verifiziert das Entwicklungsteam, dass ein Fahrzeug in relevanten Szenarien so
wie vorher eingeschätzt oder in einer anderen situativ angemessenen Weise reagiert. Die
hierfür verwendeten Daten können aus Methoden zur Bewertung des Risikos während
Abb. 28.5 Empfohlener Freigabeprozess für automatisierte Fahrzeuge
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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