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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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66330.2 Risikoanalyse und Risikoethik 30.2 Risikoanalyse und Risikoethik Als Risiken bezeichnen wir mögliche Schäden, die als Folgen menschlichen Handelns und Entscheidens auftreten können. Oft sind wir aus unterschiedlichen Gründen bereit, sie in Kauf zu nehmen, z. B. weil wir das Eintreten des Schadensfalles für sehr unwahrscheinlich halten oder weil wir von der Entscheidung einen Nutzen erwarten, der größer ist als der mögliche Schaden im Falle seines Eintretens. Unter Umständen werden wir aber auch Risiken durch Entscheidungen anderer ausgesetzt, z. B. durch das Fahrverhalten anderer Autofahrer oder durch politische bzw. behördliche Entscheidungen in Standortfragen. 30.2.1 Risiko – begriffliche Dimensionen Risiken enthalten drei zentrale semantische Elemente: das Moment der Unsicherheit, da das Eintreten möglicher Schäden nicht sicher ist, das Moment des Unerwünschten, denn Schäden sind nie willkommen, und das soziale Moment, weil sowohl Chancen als auch Risiken grundsätzlich verteilt sind und immer Chancen und Risiken für bestimmte Personen oder Gruppen sind. Das Moment der Unsicherheit führt auf die erkenntnistheoretische Seite des Risikos: Was wissen wir über mögliche Schäden als Folgen unseres Handelns, und wie belastbar ist dieses Wissen? Diese Frage umfasst zwei Teilfragen: 1. Welche und wie große Schäden können als Folgen des Handelns und Entscheidens eintreten und 2. mit welcher Plausibilität oder Wahrscheinlichkeit ist mit ihrem Eintreten zu rechnen? Zu beiden Fragen kann die Spannweite des verfügbaren Wissens von wissenschaftlich gesicherter und in Zahlen genau erfassbarer Kenntnis bis zu bloßen Vermutungen und Spekulationen reichen. Wenn sich Eintrittswahrscheinlichkeit und erwartete Schadens- größe quantitativ angeben lassen, wird ihr Produkt häufig als „objektives“ Risiko bezeich- net und z. B. in der Versicherungswirtschaft verwendet. Anderenfalls spricht man von „subjektiv“ eingeschätzten Risiken, z. B. aufgrund der Risikowahrnehmung unter be- stimmten Personengruppen. Dazwischen befindet sich ein weites Feld mit vielfältigen Zwischentönen unter Plausibilitätserwägungen. Das Moment des Unerwünschten ist zumindest im gesellschaftlichen Bereich seman- tisch untrennbar mit dem Risikobegriff verbunden: Risiken sind als mögliche Schäden per se unerwünscht.1 Allerdings kann die Bewertung von möglichen Folgen des Handelns als Risiko oder als Chance umstritten sein [1]. Ein Beispiel ist, ob die Grüne Gentechnik 1 In anderen Bereichen ist das nicht immer so. Beispielsweise gilt Risikofreudigkeit in manchen Führungspositionen als Stärke, und in Freizeitbeschäftigungen wie bei Computerspielen oder im Sport wird oft bewusst das Risiko gesucht.
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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