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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Gesellschaftliche Risikokonstellation für autonomes Fahren – Analyse, Einordnung664 vorrangig als Chance zur Sicherung der Welternährung oder als Risiko für Mensch und Umwelt gesehen wird. Die Einschätzung hängt von der erwarteten oder vermuteten Be- troffenheit von den Folgen ab, was in Kombination mit der Unsicherheit dieser Folgen Freiraum für Interpretationen lässt – und damit zu Kontroversen geradezu einlädt. Schließlich haben Risiken also eine soziale Dimension: Sie sind immer Risiken für jemanden. Häufig sind Chancen und Risiken auf verschiedene Personengruppen unter- schiedlich verteilt. Im Extremfall sind die Nutznießenden von möglichen Schäden gar nicht betroffen, während die Träger der Risiken nicht an den erwarteten Chancen teilhaben. Es darf also bei Abwägungen von Chancen und Risiken nicht nur nach einer abstrakten Methode wie etwa der Kosten-Nutzen-Analyse auf volkswirtschaftlicher Ebene vorge- gangen werden, sondern es muss auch gefragt werden, wer von den Chancen und Risiken wie betroffen ist und ob die Verteilung gerecht ist (s. Kap. 27). Risiken als nicht intendierte Folgen von Handlungen und Entscheidungen nehmen wir entweder in Kauf oder muten sie anderen Menschen zu [15] bzw. wir setzen Objekte (wie z. B. Elemente der natürlichen Umwelt) Risiken aus. Unter einer gesellschaftlichen Risiko- konstellation verstehen wir das Verhältnis von Personengruppen wie Entscheidenden, Regulierenden, Stakeholdern, Betroffenen, Beratenden, Politikern und Teilhabenden ange- sichts von häufig kontroversen Diagnosen erwarteter Vorteile und befürchteter Risiken. Die Beschreibung von gesellschaftlichen Risikokonstellationen des autonomen Fahrens ist das Hauptziel dieses Kapitels. Zentral ist die Unterscheidung nach einer aktiven und einer passiven Konfrontation mit Risiken des autonomen Fahrens: 1. Aktiv: Menschen gehen in ihrem Handeln Risiken ein, sie nehmen sie individuell oder kollektiv, bewusst oder unbewusst auf sich. Wer Entscheidungen trifft und handelt, riskiert häufig etwas für sich selbst. Ein Automobilkonzern, der auf autonomes Fahren als zukünftiges Geschäftsfeld setzt und massiv investiert, riskiert eine Fehlinvestition. Den Schaden hätte vor allem der Konzern selbst (Aktionär, Belegschaft). 2. Passiv: Menschen werden Risiken durch Entscheidungen anderer Menschen aus- gesetzt. Die Betroffenen sind andere als die Entscheidenden. Ein riskant fahrender Autofahrer gefährdet neben seiner eigenen Gesundheit auch Leben und Gesundheit anderer. Zwischen diesen Extremen lassen sich analytisch folgende Risikostufen unterscheiden: 1. Risiken, über deren Eingehen individuell entschieden werden kann wie Motorrad- fahren, Risikosportarten oder vielleicht zukünftig eine Urlaubsreise in den Weltraum; 2. zugemutete Risiken, denen individuell relativ einfach ausgewichen werden kann wie z. B. mögliche gesundheitliche Risiken durch Nahrungsmittelzusätze, die im Falle entsprechender Kennzeichnung durch den Kauf anderer Lebensmittel umgangen werden können; 3. zugemutete Risiken, denen man nur mit erheblichem Aufwand ausweichen kann, z. B. im Fall von Standortentscheidungen von Müllverbrennungsanlagen, radioaktiven
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Title
Autonomes Fahren
Subtitle
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Authors
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Publisher
Springer Open
Date
2015
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Size
16.8 x 24.0 cm
Pages
756
Category
Technik
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