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Vom (Mit-)Fahren: autonomes Fahren und
Autonutzung694
Szenarien – basierend auf den vier Use-Cases – zugewiesen. Die Szenarien wurden ihnen
dabei in Form einer Kurzbeschreibung vorgelegt:
Szenario Autobahnpilot: Auf Autobahnen oder autobahnähnlichen Schnellstraßen kann das
Fahren an das Fahrzeug ĂĽbertragen werden. Die Fahrerin/der Fahrer muss in dieser Zeit nicht
auf den Verkehr bzw. die Fahraufgabe achten und kann anderen Tätigkeiten nachgehen.
Szenario Autonomes Valet-Parken: Nach dem Aussteigen aller Passagiere kann das Fahrzeug
allein zu einem vorher festgelegten Parkplatz fahren und von dort auch wieder zurĂĽck zu
einer Abholadresse.
Szenario Vollautomatisiertes Fahrzeug: Auf Wunsch oder bei Bedarf kann das Fahren an das
Fahrzeug ĂĽbertragen werden. Die Fahrerin/der Fahrer muss in dieser Zeit nicht auf den
Verkehr oder die Fahraufgabe achten und kann anderen Tätigkeiten nachgehen.
Szenario Vehicle-on-Demand: Ein Vehicle-on-Demand ist ein Fahrzeug, das seine Passagiere
ohne Fahrerin oder Fahrer fährt. Menschen können in einem solchen Fahrzeug nicht mehr selbst
fahren – im Innenraum des Fahrzeugs gibt es daher auch kein Lenkrad und keine Pedalerie mehr.
Eine an die Vorstellung des jeweiligen Use-Case angeschlossene Frage thematisierte die
grundsätzliche Bereitschaft der Probanden, ihr bisher bevorzugtes Verkehrsmittel durch ein
autonomes Fahrzeug zu ersetzen. Diese Frage war in der gleichen Form auch schon im
ersten, allgemeinen Teil der Erhebung gestellt worden, dort allerdings relativ unspezifisch
„ein autonomes Fahrzeug“ bezeichnend, ohne dass hierzu eine Erklärung gegeben wurde.
Dabei zeigte sich, dass der Wunsch, sein eigenes Fahrzeug (bzw. „Lieblingsverkehrsmit-
tel“) durch ein autonomes Fahrzeug – ob genauer spezifiziert oder nicht – zu ersetzen, bei
den Befragten relativ gering ausgeprägt ist: Nur zwischen 11 und 15 Prozent können der
Aussage ĂĽberwiegend oder voll zustimmen (s. Abb. 31.1). Allerdings sagen 27 Prozent,
dass sie es sich wenig oder gar nicht vorstellen können, das Lieblingsverkehrsmittel durch
ein (nicht spezifiziertes) autonomes Fahrzeug zu ersetzen. Wird, wie in der Erhebung,
autonomes Fahren in Bezug auf einen konkreten Anwendungsfall (Use-Case) erläutert,
steigt der Grad der Ablehnung deutlich an (und liegt zwischen 44 und 54 Prozent). Das
heiĂźt: Die Ablehnung wird durch die Konkretisierung deutlicher zum Ausdruck gebracht.
Die geringste Zustimmung ist übrigens für das Vehicle-on-Demand zu verzeichnen –
54 Prozent würden ihr präferiertes Verkehrsmittel nicht damit ersetzen wollen, und nur
11 Prozent könnten sich dies tatsächlich vorstellen.
Um zu explorieren, welche Assoziationen die Befragten in Bezug auf ein autonomes
Fahrzeug derzeit vornehmen, wurden sie gebeten, in bis zu 15 Freitextfeldern mit eigenen
Worten zu erklären, was sie unter einem autonomen Fahrzeug verstehen. Basis war auch
hier wieder die Kurzbeschreibung (s. o.). Die folgende Auswertung bezieht sich ausschlieĂź-
lich auf die Antworten derjenigen Befragten, denen die Anwendungsfälle „Vollautomat mit
Verfügbarkeitsfahrer“ und „Vehicle-on-Demand“ zugeordnet worden waren:
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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