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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI. 160 südlichen Seitenschiff wurden Reste eines Rundbogenpor- tals mit Diamantband und Rundstäbe zwischen Kehlun- gen freigelegt. Am nördlichen Seitenschiff ist ein Portal mit diamantierter und gekehlt profilierter Archivolte gefunden worden ( Abb.  68 ). Die Kapitelle dieses ursprünglich mit en délit gearbeiteten Gewändesäulen ausgestatteten Portals weisen zart skulptiertes Blattwerk auf. Im Inneren der Kirche sind sämtliche Arkaden und die ursprünglichen Gewölbe im Langhaus , in der Vierung ( Abb.  69 ) , im Chor und im südlichen Querschiff spitzbo- gig. Die Joche in den Seitenschiffen sind voneinander durch Scheidbogen in breiten Gurten getrennt , die Diagonalrip- pen der Seitenschiffe und sämtliche Gewölberippen im Mittelschiff besitzen abgefaste Bandform. Die ursprüngli- chen Anläufe der Rippen sind weder im Mittelschiff noch in den Seitenschiffen sichtbar erhalten , da die Mittelschiff- pfeiler zwischen 1458 und 1466 rechteckig ummantelt wur- den. Die ursprüngliche Pfeilergliederung ist noch an den östlichen Vierungspfeilern erhalten. Sie entspricht dem Kreuzpfeilertypus mit in der Mitte vorgelegten Halbsäulen und in die Ecken eingestellten Dreiviertelsäulen. Nach Auskunft der Passauer Bistumsmatrikeln war Laa an der Thaya seit der Übertragung der Pfarrrechte von Fallbach Laa landesfürst- liche Eigenpfarre508. Dies erklärt die engen Bezüge des Kirchenbaus zur baben- bergischen Baukunst. Die Gestaltung des Langhauses mit Spitzbogengewölben in einer Jochfolge durchlaufender Travées entsprach dem Bauprinzip der lan- desfürstlichen Pfarrkirche von Wiener Neustadt und – sogar mit gleicher Joch- anzahl – der Hofpfarrkirche St. Michael in Wien und geht wohl auf die franzö- sischen Grundrissvorbilder der Klosterkirche Lilienfeld zurück. Die abgefasten Bandrippen von Laa sind in Lilienfeld und Wiener Neustadt zu finden. Das nörd- liche Seitenschiffportal weist Übereinstimmungen mit dem Nordportal am Quer- haus von St. Michael in Wien auf. Die Kapitelle der Blendarkaden an der Apsis setzen den fortschrittlichen Einfluss der Capella Speciosa voraus. Wie eine Analy- se des Grundrisses zeigt , wurde das Langhaus unter Anwendung einer bauhütten- mäßigen Triangulation abgesteckt. Untersuchungen von Erwin Reidinger weisen aufgrund der axialen Ausrichtung der Anlage nach dem Sonnenaufgang auf ein Abb.  68 : Plandarstellung des ehem. Nordportals der Pfarrkirche in Laa an der Thaya
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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