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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Klosterbauten der Ministerialen 195 sitz vermachte und Cholo die Vormund- schaft über seine minderjährige Tochter übertrug663. Das mächtige Bistum Bam- berg , das im Donautal Besitzungen und auch die hohe Gerichtsbarkeit hatte , er- hielt von Cholo die Schutzvogtei über das Kloster Wilhering und beanspruch- te dieses daraufhin nach dem Eigen- kirchenrecht , was von den Zisterzien- sern abgelehnt wurde664. Infolge dieses Streits zog sich Bamberg völlig von Wil- hering zurück , das daraufhin völlig schutzlos blieb. Die Armut des Klosters un- ter Abt Heinrich ( reg. 1181–1185 ) war so groß ( … cenobium … defisceret in tantum , quod nisi duo monachi ibi essent ) , dass sich der Abt des Mutterklosters Rein nicht imstande sah , die Zisterze Wilhering aufrechtzuerhalten. Er trat im Jahre 1185 alle Rechte an die Zisterzienserabtei Ebrach in Franken ab. Nur das wirtschaftlich gut fundierte Primärkloster Ebrach , von welchem aus einst Rein gegründet worden war , war noch in der Lage , dem heruntergekommenen Stift Wilhering wieder aufzuhelfen. In der Folge wurden die Äbte bis 1246 durchwegs von Rein nach Wilhering postuliert665. Nachdem Wilhering im Jahre 1185 mit Ebracher Mönchen neu besiedelt worden war , nahm Abt Hiltger ( reg. 1186–1193 ) die längst fälligen wirtschaftlichen Refor- men in Angriff. Es gelang ihm , den Schutz des Landesfürsten , Herzog Leopold  V. , über das Stift zu gewinnen666 , sodass unter seinem Nachfolger Abt Otto II. ( reg. 1193–1200 ) im Jahre 1194 endlich der Bau der Klosterkirche anstelle eines bisheri- gen Provisoriums aus Holz begonnen werden konnte667. An eine baukünstlerisch und bautechnisch anspruchsvolle Anlage war dennoch nicht zu denken. Die Bau- arbeiten wurden offenbar von stiftseigenen Arbeitskräften durchgeführt , über die aus der Regierungszeit des Abtes Gottschalk ( 1200–1207 ) berichtet wird668. Die Kirche wurde als dreischiffige Pfeilerbasilika mit sechs Langhausarkaden , vortre- tenden Querschiffarmen , Chorquadrat und eingezogener Halbkreisapsis errich- tet ( Abb.  98 ). Der Bau hatte mit einer Gesamtlänge von etwa 60 m zwar statt- liche Ausmaße , war jedoch ungewölbt und mit Holzdachstühlen versehen. Da zum Zeitpunkt des Baubeginns selbst das nunmehrige Mutterkloster Ebrach noch keine gewölbte Kirche besaß , konnte auch von dort keine konkrete Anregung für ein aufwendigeres Bauprogramm kommen. Im Grundriss entsprach die Anlage Abb.  98 : Grundriss der ehem. Stiftskirche Wilhering mit Her­ vorhebung der Bauteile des 12. / 13. Jahrhunderts
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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