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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Klosterbauten der Ministerialen 197 tenburg , Hainburg ). Die fortschrittlichsten Elemente am Westportal von Wilhe- ring sind die gefiederten Blattkapitelle der beiden Säulchen : Sie stehen Kapitellen des Kreuzgangs von Zwettl ( ab 1204 ) nahe. Wilhering hatte wirtschaftliche Be- ziehungen zu den Kuenringern672 , die den Zwettler Kreuzgang gestiftet hatten. Wahrscheinlich ist das Westportal von Wilhering unter Abt Eberhard ( reg. 1207 bis 1214 ) entstanden , über dessen Bautätigkeit das Stiftsbuch von Wilhering be- richtet673. Die Einweihung der Klosterkirche fand erst am 18. Oktober 1254 durch die Bischöfe Otto von Passau und Heinrich von Bamberg statt674. Als einziger bedeutender Überrest der mittelalterlichen Klostergebäude in Wil- hering wurden im Zuge von Freilegungen in den Jahren 1938 bis 1954675 das von zwei Fenstern flankierte Portal vom Kreuzgang in den Kapitelsaal und der dane- benliegende Ostdurchgang wiederentdeckt ( Abb.  131 a und b ). An diesen Baures- ten zeigt sich eine stilistische Diskrepanz zwischen spätromanischen Elementen ( Rundbogenöffnungen an den Fenstern und am Portal des Ostdurchgangs , Pal- metten- und Volutenkapitelle und steile Basisprofile der Fenstersäulen ) und früh- gotischen Motiven ( spitzbogige Archivolten des Kapitelhausportals und der Über- fangbogen der Fenster , Blattkapitelle am Kapitelhausportal ). Die Gewändesäulen der Kapitelhausfenster sind mit jenen des Kapitelsaals im Zisterzienserstift Zwettl ( vor 1182 ) vergleichbar , die Kapitellformen erscheinen mit Formen im Brunnen- haus von St. Jakob in Regensburg ( um 1185 bis vor 1194 ) verwandt ; die Kapitelle des Portals entsprechen dagegen am ehesten jenen des Riesentors am Wiener Ste- phansdom ( nach 1237 )676. Diese Differenzen sind aus historischen Quellen erklär- bar : Der Baubeginn an den Klostergebäuden erfolgte nach den Überlieferungen des Stiftsbuches unter Abt Konrad ( reg. 1214–1234 )677. Unmittelbar danach , als die Klosterbauten noch nicht vollendet waren , geriet das Kloster Wilhering im Jahre 1236 in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und Her- zog Friedrich dem Streitbaren. Aus urkundlichen Nachrichten geht hervor , dass das Kloster dabei Schaden erlitten hat678. Abt Theoderich ( reg. 1234–1241 ) be- wog den Babenbergerherzog , das Stift Wilhering durch reichliche Zuwendungen zu entschädigen. Herzog Friedrich II. erneuerte nicht nur sämtliche Privilegien des Klosters , sondern schenkte diesem auch umfangreichen Gutsbesitz zwischen Donau und Böhmerwald sowie im nördlichen Niederösterreich679. Die daraufhin durchgeführten Bauarbeiten betrafen nicht nur die Wiederinstandsetzung , son- dern auch die Einwölbung des Kreuzgangs , im Zuge derer auch die Eingangsseite des Kapitelsaals verändert wurde.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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