Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich
Page - 213 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 213 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich

Image of the Page - 213 -

Image of the Page - 213 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich

Text of the Page - 213 -

213Kaiser Friedrich II. in Wien Irland. Die 1134 geweihte Cormac’s Chapel in Cashel ( Tipperary ) , die 1162 gestif- tete Erlöserkirche im Kloster Glendalough und viele andere irische Kirchen dieser Zeit zeigen in ihren Detailformen das Repertoire normannischer Zierelemente , wie Zackenmuster , Chevron­ ( Fischgrät- )Bänder , Dog­ teeth­ und Beak­ head­ Mo- tive sowie Faltkapitelle715. Nun finden sich an den Archivolten des Riesentors der Wiener Stephanskirche durchwegs Reliefmuster , die in der romanischen Kirchenbaukunst Irlands vertre- ten sind ( Abb. 108 , 110 ) : Das Muster der intermittierenden gegenständigen Za- cken lässt sich als Ergebnis einer stufenweisen Entwicklung im insularen Raum erkennen. Schon von Anfang an zum Schmuck von Archivolten bestimmt , wur- de dieses Zackenmuster zuerst nur an der Vorderseite der Archivolte angeordnet und traf dort auf einen Rundstab , der die Archivoltenkante ersetzte716. Dieses Ar- chivoltenmuster wurde in der Folge verräumlicht : Die Zackenspitzen wurden in Tierköpfe umgeformt , die in den kantenbildenden Rundstab beißen ( beak­ heads ) , wodurch das Muster sowohl an den Vorderflächen als auch an den Seitenflächen sichtbar wurde717. Eine Verräumlichung des Zackenmusters konnte aber auch er- reicht werden , wenn die Zacken einander intermittierend gegenübergestellt wur- den718. In der weiteren Entwicklung wurde der Rundstab , der den Archivolten- kanten Festigkeit verliehen hatte , herausgenommen , der Archivoltenkern wurde hingegen so tief wie möglich ausgehöhlt719. Bei dem zur Mitte nächstfolgenden Archivoltenmuster des Wiener Riesentors zeigt sich eine ganz ähnliche Tendenz : Relativ flach erscheint das Chevron-Band am Portal der Kirche von Clonkeen ( Limerick ) , Irland , und an der St. Brendan’s Kathedrale in Clonfert ( Galway ) , Irland. An mitteleuropäischen Bauten erweist sich das Motiv verräumlicht , unterschnitten und hintergreifbar vom Grund ab- gehoben720. Die gitterartig durchbrochenen Archivoltenreliefs aus aneinandergereihten Rhomben oder gegenständigen Dreiecken , wie sie an den nächstfolgenden Ge- wändestufen des Riesentors auftreten , finden sich in verschieden stark ausgepräg- ter Verräumlichung an insularen Beispielen , wie an der Fenstergruppe der La- dy Chapel in Glastonbury ( Somerset ) , England , oder am Portal der Kathedrale in Killaloe ( Clare ) , Irland , ebenso wie in der norwegischen Heimat der Wikin­ ger am Kreuzgang des Klosters Lysa. Hervorgegangen war dieses Motiv aus der Idee , das Zackenmuster des Dog­ teeth­ Bandes mit der Dreidimensionalität einer Archivoltenstufe zu vereinigen , indem man an jeder Seitenfläche ein derartiges Band so anordnete , dass sich die Spitzen der gegenständigen Zacken an der Eck-
back to the  book Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Ă–sterreich