Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Page - 220 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 220 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Image of the Page - 220 -

Image of the Page - 220 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text of the Page - 220 -

Kaiser Friedrich II. in Wien220 rich  II. in Wien Einzug hielt und bis April in der Stadt verblieb. Als Schwager von König Heinrich VII. , dem ältesten Sohn des Kaisers , war der Herzog von Ös- terreich Friedrich II. von Babenberg – genannt „der Streitbare“ – in Folge der Empörung Heinrichs gegen seinen Vater im Jahre 1235 in Konflikt mit dem Kai- ser geraten. Der Babenberger leistete Vorladungen zu den Hoftagen in Mainz , Augsburg und Hagenau nicht Folge , wurde vom Kaiser angeklagt und Ende Juni 1236 in Augsburg nach Fürstenspruch verurteilt und seiner Reichslehen entho- ben. Die Getreuen des Kaisers fielen nun in die Länder Herzog Friedrichs ein : König Wenzel von Böhmen besetzte das nördliche Niederösterreich , von Westen drangen Herzog Otto II. von Bayern und Bischof Rüdiger von Passau in Ober- österreich ein , von Süden bemächtigten sich die Andechser – Patriarch Berthold von Aquileia und sein Bruder Bischof Ekbert von Bamberg – der Steiermark und des Gebiets von Krain. Herzog Friedrich musste sich in den Nordosten des da- maligen Gebiets der Steiermark zurückziehen , wo ihm Wiener Neustadt und die uneinnehmbaren Burgen Starhemberg und Gutenstein als Zufluchtsorte blieben. In Wien , wo König Wenzel von Böhmen und Herzog Otto von Bayern Einzug hielten , wurde zunächst Burggraf Konrad von Nürnberg als Prokurator der kai- serlichen Verwaltung eingesetzt. Im Dezember 1236 begab sich der Kaiser selbst nach Österreich , verbrachte das Weihnachtsfest in Graz und zog Anfang Jänner 1237 in Wien ein. Hier erfolgten hochbedeutende Rechtsakte : Ende Februar wur- de in Wien ein Hoftag abgehalten , auf dem er durch elf weltliche und geistliche Wahlfürsten – darunter wieder König Wenzel I. von Böhmen , Herzog Otto von Bayern und die Erzbischöfe von Mainz , Trier und Salzburg – seinen noch nicht neun Jahre alten Sohn Konrad IV. zum deutschen König – und somit zu seinem Nachfolger – wählen ließ. Kaiser Friedrich II. beschloss gleichzeitig , die durch die Ächtung des Babenbergers heimgefallenen Lehen nicht wieder zu vergeben , sondern als Kron­ und Reichsgut selbst in der Hand zu behalten. Wien wurde zur Hauptstadt dieses neuen Reichslandes und erhielt die Reichsunmittelbarkeit. Die Ministerialen des Landes wurden zu Reichsministerialen mit verstärkten Rechten erhoben , Wien erhielt als freie Reichsstadt ein neues Stadtrecht , indem das 1221 von Herzog Leopold VI. verliehene Stadtrecht durch wichtige Privilegien zum Bürger- und Steuerrecht erweitert wurde. Ausdrückliche kaiserliche Förderung sollte das Studium in Wien an der Schule bei St. Stephan erfahren. Der Kaiser selbst behielt sich die Ernennung des Magisters dieser Anstalt , die fast schon Universitätscha- rakter haben sollte , vor. Sämtliche Klöster im Herrschaftsgebiet der Babenberger , die dem Kaiser Treue bekundet hatten , erhielten Privilegien und Schutzbriefe746.
back to the  book Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich