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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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257Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren der Schildbogen des Kreuzganggewölbes an. Trotz der etwas plumpen Ausführung der Detailformen , wie der Blattknospen- kapitelle und ihrer Deckplatten , ist die Portalgruppe in ihrem unter Friedrich dem Streitbaren geschaffenen Zustand mit ihren Proportionen von erstaunlicher Modernität und zeigt gleichfalls das Fortwirken der fortschrittlichen Richtung babenbergischer Sondergotik bis in die vierziger-Jahre des 13. Jahrhunderts. Kleinmariazell Die Stiftung des Benediktinerklosters Mariazell im Wiener­ wald , das zur Unterscheidung zum Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark auch Kleinmariazell genannt wurde , geht auf die Brüder Heinrich und Rapoto von Schwarzenburg-Nöstach zurück. Der eigentliche Gründer des Klosters war aber nach den Forschungen Karl Lechners Markgraf Leopold III. , der die Stiftung 1136 übernahm und dem Kloster weitere Förde- rungen zukommen ließ867. Das Kloster wurde direkt dem päpstlichen Stuhl unterstellt und mit Mönchen aus Nieder-Altaich besiedelt. Im 12. Jahrhundert entstand eine dreischiffige , flach gedeckte Pfeilerbasilika. Die An- nahme Richard Kurt Donins , wonach diese Kirche 1250 gänzlich zerstört worden sei , wurde durch Bauforschungen von Adalbert Klaar und durch jüngste Aus- grabungen widerlegt868. Ab 1232 erwies Herzog Friedrich der Streitbare dem von seinem Vorfahren Leopold III. gegründeten Kloster eine Fülle von Vergünstigun- gen und Zuwendungen. Als Herzog Friedrich im Jahr 1236 wegen seines Ungarn- feldzugs mehrere Klöster mit Sondersteuern und Konfiskationen belastete , verlieh er Kleinmariazell dagegen völlige Zoll- und Mautfreiheit. Besonders unter Abt Albero ( reg. 1236 bis 1243 ) , der dem Herzog auch während dessen Entmachtung durch den Kaiser die Treue hielt , und unter dessen Nachfolger Godescalcus ( reg. 1243 bis um 1247 ) kam es zu immer größeren Schenkungen des Landesfürsten an das Kloster869. Wie die Stilformen des Nordportals der Klosterkirche erkennen lassen ( Abb.  132 , 133 )870 , die enge Bezüge zu anderen Werken der dreißiger und vierziger-Jahre auf- weisen , wurde dieses Tor unter dem letzten Babenbergerherzog als Zugang vom Kapitelhaus in die bestehende Stiftskirche eingebaut. Das kleine , gedrungen pro- portionierte Trichterportal besitzt im senkrechten Gewände drei Abstufungen , die mit beiderseits je zwei en délit gearbeiteten Säulen ausgestattet sind. An der Abb.  132 : Nordportal der ehem. Stiftskirche Kleinmariazell , Plan­ darstellung
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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