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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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259Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren äußersten Gewändestufe ist links und rechts je eine Halbsäule im Verband mit dem Portalpfosten aufgemauert. Die Knospenkapitelle der Portalsäulen , deren Blätter zum Teil abgeschlagen waren , wurden bei der Restaurierung von 1950 / 1951 formverändernd überarbeitet. Sie erschienen vor der Restaurierung hoch und schlank und ihre Blätter waren sehnig und mit spitzen Knospen versehen871. Im überarbeiteten Zustand wirken die Kapitelle heute gedrungen , ihre Knospen sind knollenähnlich. Die flachen Tellerbasen der Säulen zeigen einen unterschnittenen Trochilus und sind mit einem Eckblatt besetzt. Kräftig profiliert ist das Kämp- fergesims. Das Tympanon des rundbogigen Tors wird von zwei Konsolen unter- stützt , die das gleiche Profil wie das Kämpfergesims besitzen , jedoch nicht mit diesem verbunden sind. Im Tympanon sind Reste alter Bemalung erhalten. Die vier Abstufungen der Portallaibung im Bereich der Archivolten stimmen nicht mit der Stufenfolge im senkrechten Gewändebereich überein : Oberhalb des innersten Pfostenrücksprunges befindet sich eine vorspringende Archivolte ; die nach außen nächstfolgende Bogenkante besitzt keine Zuordnung zu einem Gewändevor- sprung oder Rücksprung im senkrechten Abschnitt. Die dritte Archivolte verläuft über einem Pfostenvorsprung , die vierte Archivoltenkante liegt bereits außerhalb der senkrechten Portalstufen. Die Archivolten des Nordportals sind mit vier ver- schiedenen geometrischen Mustern bauplastisch dekoriert. Die innerste Bogen- stufe zeigt ein Zackenband. An der Vorderseite sind Dreiecksfelder mit runden Ausnehmungen ausgearbeitet , in welche dazu senkrecht stehende Zacken mit Ku- gelendungen passen. Die Zwischenräume dieser verschränkten Zacken sind tief ausgenommen , so , als sei das Ornamentband über einen von Hohlkehlen beglei- teten Rundstab gelegt. Nach außen folgt eine Archivoltenstufe , deren Kante in über Eck stehende Rundbogenfriese aufgelöst ist. Die Berührungsstellen der klei- nen Bogen sind als Lilienbündchen ausgeführt , dazwischen ist die Archivolte tief ausgehöhlt. Die dritte Archivolte ist in ein Muster über Eck ineinandergreifender Zähne aufgelöst : Gegenständige knospenbesetzte Zacken ragen intermittierend vor und umschließen dabei eine Hohlkehle. In den Rücksprung zur äußersten Ar- chivolte ist ein Rundstab eingelegt. Die vierte Archivolte zeigt an ihrer Vorderseite ein Schlingenband mit pfeifenartigen Hohlräumen. Die in den charakteristischen normannischen Zierformen gestalteten Zierleisten der Archivolten gleichen drei Friesen am Portal des Karners von Mödling872. Zwei der geometrischen Ornamentbänder finden sich übereinstimmend am Riesentor der Wiener Stephanskirche , die äußerste Zierleiste entspricht jener am Portal des Tullner Karners. Schon um 1235 waren gleichartige Ornamentfriese an Bauglie-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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