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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren270 onsreliquien bestimmt war. Die Kapelle war doppelgeschossig und lag im Hof des königlichen Palastes. In offensichtlicher Bezugnahme auf die Pariser Kapelle wurde nun im Hof der Residenzburg Starhemberg von Herzog Friedrich ebenfalls eine doppelgeschossige Kapelle erbaut , die wohl ebenso wie die Sainte-Chapelle als Reliquientresor für die particula corone dominice gedacht war894. Die Widmung dieser Kapelle zur Aufbewahrung und Verehrung der Dornenkronenreliquie er- scheint auch deshalb gesichert , da es auf der Burg Starhemberg bereits seit dem 12. Jahrhundert eine Burgkapelle gab , die auch weiterhin bestehen blieb895. Be- merkenswert dabei ist , dass die Sainte-Chapelle selbst erst 1248 vollendet wurde , die Kapelle auf Burg Starhemberg aber aller Wahrscheinlichkeit nach bereits vor 1245 fertiggestellt war , da in diesem Jahr die Dornenkronenreliquie bereits vom Herzog an das Kloster Heiligenkreuz weiterverschenkt wurde. Formal hatte die der heiligen Anna geweihte Kapelle auf der Burg Starhemberg außer der Zwei­ geschossigkeit und dem unmittelbaren Zugang vom Palastbereich noch einzelne weitere konkrete Bezüge zum Pariser Vorbild : Sie besaß an den Längswänden ein zweischaliges Wandsystem mit zum Rauminneren hin vorgestellten Gewölbe- diensten , die wie in Paris aus dünnen en délit gearbeiteten Rundstäben auf flachen Tellerbasen bestanden. Die Dienste standen auf hohen zylindrischen Postamen- ten , wie sie um 1238 an der Schlosskapelle König Ludwigs IX. in Saint-Germain- en-Laye vorkommen896. Die Annenkapelle wurde offenbar in großer Eile unter Zuhilfenahme des Altbestandes von Turmmauerwerk des abgebrochenen älteren Bergfrieds errichtet , was dazu führte , dass die Kapelle seitlich keine Fenster be- saß. Ein in Sturzlage unterhalb der Palasmauern gefundenes Kapitell , das von der Annenkapelle stammen dürfte , weist große Ähnlichkeit zur Kapitellplastik der Capella Speciosa auf897 , vielleicht stammt es sogar vom Palastkomplex Herzog Leopolds VI. aus Klosterneuburg. Wie die Papsturkunde von 1245 besagt , wurde die Reliquie der Dornenkrone von Herzog Friedrich dem Streitbaren der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz ge- schenkt , wo sie noch heute verwahrt wird. Friedrich Dahm kam zu der Schluss- folgerung , dass diese Reliquie gemeinsam mit der von Herzog Leopold V. gestif- teten Kreuzpartikel zum feierlichen Totengedächtnis an den Anniversarien auf der Grabtumba Herzog Friedrichs II. im Kapitelsaal von Heiligenkreuz aufge- stellt wurde898. Die Annenkapelle auf Burg Starhemberg blieb nicht die einzige doppelge- schossige Kapelle für eine Dornenkronen-Reliquie , die in der Nachfolge der Sainte-Chapelle entstand. 1263 stiftete König Ottokar II. Přemysl ein Zister-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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