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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Grenzbefestigungen 277 tigung auf ungarischer Seite gleichsam ein Gegen- stück aus einer Burgenkette jenseits der Leitha , die unter König Bela IV. von Ungarn zur Verteidigung seines Landes gegen Österreich errichtet wurde. Beim Bau der Burg Lockenhaus wirkten vermutlich Zisterzienserbauleute aus dem Stift Heiligenkreuz in Niederösterreich mit , welches im Kloster Mari- enberg eine Filiation nahe von Lockenhaus besaß926. Wahrscheinlich gehörte auch die Burg Ebreichs- dorf ( Abb.  144 ) zu der geplanten Kette von Grenz- befestigungen. Diese Anlage bestand aus einem quadratischen Kastell mit zwei diagonal gestellten , flankierfähig vortretenden quadratischen Ecktür- men. Erhalten sind die beiden in die Randhausbe- bauung um einen Rechteckhof eingebundenen Eck- türme im Nordwesten und Südosten , die über die äußeren Mauerfluchten vorspringen. Die Türme weisen Buckelquadermauerwerk auf. Da in Ebreichsdorf anscheinend niemals eine städtische Siedlung geplant war und auch keine urkundlichen Zeugnisse über Ministerialen oder Adelige als mög- liche Bauherren überliefert sind , folgte die Anlage dieser Kastellburg wohl einem höheren politischen Konzept927. Dieses bestand vorrangig in der Schaffung militä- risch wirksamer Basen und Stützpunkte , darüber hinaus aber auch in einem Ab- schreckungsgestus entlang der Reichsgrenze. Die nach Süden nächstfolgende Grenzburg Pottendorf stellte eine der stärksten Festungen dieses Verteidigungssystems entlang der Leitha dar. Erhalten sind zwei in die Randhausbebauung um einen quadratischen Hof eingebundene Ecktürme im Nordosten und Südosten , wobei der Nordostturm über die Nordkurtine flan- kierfähig vorspringt , sowie ein in der Mitte der Westkurtine vorspringender Turm. Alle drei Türme besitzen quadratischen Querschnitt und Buckelquaderwerk. Vie- le Quader tragen Steinmetzzeichen928. Die Türme zeigen eine außergewöhnlich aufwendige Qualität der Bauausführung. Das Mauerwerk des Nordostturmes ist auch an der Innenseite gänzlich in Quaderwerk aufgeführt. Im zweiten Ober- geschoss dieses Turmes so wie auch des Südostturmes befanden sich beheizbare Aufenthaltsräume mit Eckkaminen , deren Rauchabzugshauben von Säulen mit skulptierten Kapitellen unterstützt waren929 , ganz ähnlich wie auf der Residenz- burg Starhemberg von Herzog Friedrich dem Streitbaren. Während der Nordost- Abb.  144 : Grundriss der Kastellburg Ebreichs­ dorf mit Hervorhebung der Bauteile des 13. Jahrhunderts
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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