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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem­ Bezüge 285 lem Gange ; sie sind durch den plötzlichen Tod des Herzogs aber schließlich nicht zu Ende geführt worden. Über die geplante Neuregelung der Diözesaneinteilung bestand in diesem Stadium bereits ein Einvernehmen mit Salzburg und Passau. Es ist daher anzunehmen , dass die überlieferten Altäre der Heiligen Rupert und Virgil im Untergeschoss der Kapelle auf den Salzburger Ursprung der Pfarre von Wien hinweisen sollten und dass der Erzbischof von Salzburg dazu entsprechende Reliquiengeschenke für die Ausstattung dieser Altäre sandte. Einen Altar der hei- ligen Helena zu widmen , war ebenfalls durchaus begründet : Helena , die Mutter des Kaisers Konstantin , hatte die Wiederauffindung des Kreuzes Christi in Jeru- salem veranlasst , und ihr Gedächtnis war an der Grabstätte eines heiligen Palästi- napilgers wie Koloman durchaus angebracht. Wahrscheinlich waren die Reliquien der heiligen Helena ein Geschenk des Papstes für die Einrichtung der geplanten Kolomanskapelle. Da es letztlich jedoch nicht zur Übertragung der Überreste des heiligen Koloman nach Wien gekommen ist , wurde der unterirdische Raum nie- mals als Kolomanskapelle bezeichnet. Nach längerer Zeit wurde für die Krypta ein neuer , praktischer Verwendungszweck gefunden : Da der alte Karner auf dem St. Stephans-Friedhof 1309 demoliert werden musste , weil in seinem Bereich der Neubau des Albertinischen Chors der Stephanskirche entstehen sollte , stiftete der Wiener Bürger Wernhard Chrannest , der zwischen 1295 und 1313 nachgewiesen ist , einen neuen Karner , der als solcher 1320 erstmals genannt wird. Diese Stiftung bestand in der Adaptierung des Untergeschosses des ursprünglich als Kolomanska­ pelle geplanten Baus zu einem Ossarium. Fortsetzung des Umbaus der Wiener Stephanskirche Inzwischen war der groß angelegte Umbau der Stephanskirche in vollem Gange. So wie sich der rehabilitierte Herzog jetzt den politischen Absichten des Kaisers erfolgreich anpasste und sich dessen Ziele zu eigen machte , übernahm der Baben- berger auch die Patronanz über den Neubau von St. Stephan , den er nun als seine künftige Herzogskathedrale oder sogar Königskathedrale ansah. Während bereits nach den Vorgaben der Baukünstlergruppen aus Třebič und Bamberg gearbeitet wurde , erfolgte jetzt eine Erweiterung und Auffrischung des Mitarbeiterkreises durch den Zuzug der aus Westungarn geflüchteten Werkleute. Ihr Anteil ist in den mit Archivoltenverzierungen und Portalrahmen in Lébény953 und Ják954eng übereinstimmenden durchbrochenen Rhombengittern sowie mit den , dem Portal der Kirche von Sopronhorpács955 entsprechenden , reliefierten Gewändesäulen am Riesentor zu identifizieren.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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