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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem­ Bezüge 287 ersetzt worden ist. Das Niveau der Empore lag ursprünglich um mehr als einen Meter tiefer als das der spätgotischen Anlage. Die Empore hatte allerdings eine so große Höhenerstreckung , dass sich das zweite Obergeschoss der Heidentürme in jeweils zwei Biforienfenstern zur Empore öffnete. Diese Öffnungen zeigen ganz ähnliche Kleeblattbogen wie die Palasfenster der Burg Starhemberg. Die in den zwei querrechteckigen Jochen der Westempore erhaltene Raum- struktur des 13. Jahrhunderts zeigt , dass der weitere Umbau des Langhauses der Stephanskirche nach dem fortschrittlichen französischen Konzept durchlaufender Gewölbetravées geplant gewesen war , das breite , kurze Mittelschiffjoche vorsah. Damit folgte die Anlage des Langhauses , die auf eine Erstreckung von insgesamt acht Jochschritten rekonstruiert wird961 , im Prinzip den bereits vollendeten oder noch im Bau befindlichen Großkirchen aus der Zeit Herzog Leopolds V. , wie der Liebfrauenkirche Wiener Neustadt , der Wiener Michaelerkirche oder der Stiftskir- che Lilienfeld , beziehungsweise den etwa gleichzeitigen Kirchenumbauten der Passauer Bischöfe in Österreich ( St. Pölten , Kremsmünster ). Wie die Ausgrabun- gen ab 1945 ersichtlich machten , besaß die Stephanskirche Friedrichs des Streitba- ren Vierung , Querhaus und Chorquadrat. Die Seitenarme des Querhauses waren nicht quadratisch , sondern leicht längsrechteckig. Die ursprüngliche Gesamtbrei- te des Querhauses ist noch heute am Albertinischen Chor abzulesen , der in Verlän- gerung der Begrenzungsmauern angefügt wurde. Tulln , Karner Ein Bau , der aufgrund von Stilvergleichen in die engste zeitliche Nähe sowohl des Baus der ungarischen Klosterkirche Ják ( vor 1241 ) als auch der Umbauarbeiten an der Burg Starhemberg ( vor 1246 ) gesetzt werden muss , ist der Karner bei der Stadtpfarrkirche in Tulln ( Abb.  150 ). Der Karner ist ein prismatischer Bau mit Pyramidendach über elfeckigem Grundriss ( Abb.  151 ). Zwei Polygonseiten im Osten werden durch die angebaute Halbkreisapsis , zwei Seiten im Norden durch einen flachen Portalvorbau eingenommen. Der Außenbau ist durch eine dreifa- che Ordnung gegliedert , die sich über einem reich profilierten Sockel schichten- weise aufbaut : Die Polygonecken sind mit Lisenen verstärkt , denen Halbsäulen aufgelegt und begleitende Rundstäbe beigefügt sind. Die Halbsäulen als Haupt- ordnung der Fassadengliederung laufen bis zu einem Rundbogenfries empor , der einen Zahnschnitt und ein Abschlussgesims trägt. Die begleitenden Rundstäbe der Lisenen enden tiefer und stützen die großen spitzbogigen Blendarkaden der nachgeordneten Gliederungsebene. Eingespannt in diese Rahmung liegt eine Zo-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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