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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem­ Bezüge 289 und Knospenkapitelle. Ein Säulenschaft ist kanneliert und weist in der Mitte ei- nen Ringbesatz aus Knoten auf. Das durchlaufende , verkröpfte Kämpfergesims ist mit einem Relief aus gekuppelten Palmetten versehen. Das kleine Rundbogenportal zum Ossarium liegt gegenüber an der Südseite. Es ist in einen vorspringenden rechteckigen Rahmen eingefügt , seine Kapitell- und Kämpferzone sind im Rohzustand belassen geblieben , so wie man die Werkstücke aus dem Steinbruch angeliefert und versetzt hatte. Aus unbekannten Gründen ist hier die Herausarbeitung der Details , auch der Profilabschlüsse an den Archivol- ten , unterblieben964. Der im Inneren zylindrisch gestaltete Kapellenraum im Obergeschoss des Karners wird von einer Rippenkuppel überwölbt. Sechs Wandvorlagen in Form flacher Lisenen mit aufgelegten Halbsäulen tragen ein durchlaufendes Kämpfer- gesims , über welchem sechs Birnstabrippen zu einem skulptierten Schlussstein emporlaufen. Einer der sechs Wandabschnitte des Kapellenraums wird durch das hier einmündende Portal und eine daneben befindliche Tür zu einer Wendeltrep- pe auf den Dachboden eingenommen , im übernächsten Wandfeld öffnet sich der Triumphbogen zum Altarraum in der Apsis. Die restlichen vier Wandabschnit- te sind mit Sedilien gegliedert : Je zwei Kleeblattbogen mit Kugelbesatz an den Archivolten und mittig eingestellten Säulen auf reliefierten zylindrischen Posta- menten bilden die Sitznischen. Das Ossarium besitzt ein spitzbogiges Bandrippen­ gewölbe , das in Gussmauertechnik über Schalbrettern gemauert ist , dessen Ab- drücke sichtbar geblieben sind. Der Tullner Karner besitzt engste stilistische Beziehungen zur Klosterkirche Ják in Westungarn. Zahlreiche Einzelheiten der architektonischen Flächenglie- derung und der Bauplastik bis zur handwerklichen Ausführung der Profile sind völlig identisch. Das Westportal in Ják besitzt die gleichen à jour gearbeiteten , geometrischen Reliefbänder an den Gewändestufen ( Schlingenband , Rhomben- gitter , intermittierende Dreiecke ) wie das Tullner Portal. Die charakteristischen zylindrischen Säulenpostamente , welche mit Miniaturarkaden reliefiert sind , fin- den sich an den Sedilien im Inneren des Karners so wie an der Hauptapsis und an den Biforien der Westtürme in Ják. Gleichartig gearbeitet ist der Kugelschmuck an Fenstergewänden , die Füllung der Blendarkaden mit dreiblättrig gestalteten Lilien , die spiralförmigen Profilendungen , aber ebenso das Motiv der Relieffigur in der Blendarkade. Wie Thomas v. Bogyay nachweisen konnte , haben die für den Bau der Kirche von Ják verantwortlichen Werkleute , die zuletzt an der Fertigstel- lung des Westportals gearbeitet hatten , ihre Baustelle 1241 / 1242 für immer ver-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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