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Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem Bezüge 299
in Akkon erhielt zunächst Zolleinnahmen im Hafen von Akkon997 und Schen-
kungen durch Heinrich von Champagne. 1191 bewirkte Kaiser Heinrich VI. eine
offizielle Anerkennung des Hospitals durch Papst Clemens III. Heinrich VI. sah
eine Gelegenheit , die Gemeinschaft zur Unterstützung seines Kreuzzugsprojekts
einzusetzen. Noch kurz vor seinem Tode schenkte er 1197 der Hospitalgemein-
schaft das bisherige Zisterzienserkloster S. Trinità in Palermo ( La Magione ) 998.
Im gleichen Jahr wurde in Barletta ein Spital errichtet999. 1198 wurde auf Betrei-
ben Wolfgers von Erla und Konrads von Querfurt die Gemeinschaft nach dem
Vorbild der Templer und der Johanniter in den Stand eines geistlichen Ritter-
ordens unter dem Namen Ordo Domus hospitalis S. Mariä Teutonicorum in Jerusa
lem erhoben. 1199 bestätigte Papst Innozenz III. die Ordensgründung1000. Erster
Hochmeister des Deutschen Ordens wurde Heinrich Walpot von Bassenheim.
Der Deutsche Orden etablierte sich sehr rasch in Süditalien mit Sitzen in den
Hafenstädten , von denen der Seeverkehr ins Heilige Land ausging. So entstan-
den die Kirche S. Maria Alemanna in Messina schon um 1200 und die Kirchen
S. Giacomo in Trani sowie S. Giacomo in Bari noch vor 12101001. Im Jahre 1212
wurde zur Verwaltung der Ordensbesitzungen im Königreich Sizilien erstmals
ein Landkomtur bestellt1002.
Unter der Regierung Kaiser Friedrichs II. erlebte der Deutsche Orden einen
ungeahnten Aufschwung und entwickelte sich gleichzeitig zu einem wichtigen ,
unentbehrlichen Machtinstrument kaiserlicher Politik. Entscheidende Bedeutung
hatte dabei Hermann von Salza , der 1210–1239 das Amt eines Hochmeisters des
Deutschen Ordens innehatte1003. 1221 erhielt der Orden das päpstliche General-
privileg der vollen Exemtion von der Diözesangewalt der Bischöfe. Er unterstand
damit , so wie die beiden anderen geistlichen Ritterorden der Templer und der Jo-
hanniter , unmittelbar dem Papst1004. Seit 1222 betrieb der Orden Vorbereitungen
für einen Kreuzzug des Kaisers , welchen dieser anlässlich seiner Kaiserkrönung
dem Papst gelobt hatte. Hermann von Salza und Papst Honorius III. vermittelten
die Eheschließung des bereits verwitweten jungen Kaisers mit Isabella ( Jolante )
von Brienne ( 1212–1228 ) , der Tochter König Johanns von Jerusalem. Da die Kö-
nigswürde von Isabellas Mutter Maria von Monfort herrührte , verlor Isabellas
Vater nach dem Tod seiner Frau den Herrschaftsanspruch über das Königreich
Jerusalem , der auf Isabella überging. 1225 fand in Brindisi die Vermählung Fried-
richs II. mit Isabella statt. Noch bevor der Kaiser den Kreuzzug antreten konn-
te , starb Isabella kurz nach der Geburt ihres Sohnes Konrad. Nun leitete Fried-
rich II. das Recht auf die Königskrone von Jerusalem anstelle seines unmündigen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Title
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Author
- Mario Schwarz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur