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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem­ Bezüge 301 Seit 1226 war der Deutsche Orden mit einer neuen Aufgabe von weit reichen- den Konsequenzen betraut. Er hatte dem Hilfeersuchen des polnischen Her- zogs Konrad von Masowien zur Unterstützung gegen die heidnischen Prussen im Kulmer Land Folge geleistet. Im März 1226 ließ sich der Ordenshochmeister Hermann von Salza eine kaiserliche Urkunde , die Goldbulle von Rimini , ausstel- len , in welcher der Kaiser dem Deutschen Orden für das Gebiet , das ihm der polnische Herzog angeboten hatte , und für das gesamte heidnische Land , das der Orden erobern würde , eine selbstständige Stellung , die der eines Reichsfürs- ten gleichen sollte , garantierte1010. 1230 bestätigte auch der Herzog von Maso- wien die Übereignung des Kulmer Landes und aller künftigen Eroberungen in Preußen1011. 1237 konnte der Deutsche Orden nach seiner Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden auch noch Livland , ein weiteres großes Gebiet im Baltikum , gewinnen , das einem Landmeister unterstellt wurde1012. 1241 nahm der Deutsche Orden am Kampf gegen die Invasion der Mongolen teil und erlitt in der Schlacht bei Liegnitz schwere Verluste. Zu den ältesten Schenkungen an den Deutschen Orden in Reichsländern nörd- lich der Alpen zählten jene in Wien , die W. Latzke zwischen 1198 und 1204 an- setzt1013 , und – vielleicht noch vor 1200 – jene in Groß Sonntag in der südlichen Steiermark1014. 1213 schenkte Erzbischof Eberhard II. von Salzburg dem Deut- schen Orden das Spital in Friesach1015. Die Ballei ( Ordensprovinz ) Österreich wurde nicht dem Landkomtur für Deutschland , der ab 1228 den Titel Deutsch­ meister führte , unterstellt , sondern der deutschen Ordensprovinz gleichgestellt. Im Oktober 1233 befreite Herzog Friedrich der Streitbare die praeceptors et fratres des Deutschen Ordens in den Herzogtümern Österreich und Steiermark von aller Gerichtsbarkeit. Gleichzeitig schenkte der Herzog dem Orden die von seinem Va- ter im Jahre 1202 erbaute Kunigundenkapelle in Graz1016. Die heilige Kunigunde , Gemahlin des ebenfalls heiliggesprochenen Kaisers Heinrich II. , erfreute sich im Deutschen Orden besonderer Verehrung. Im Jahre 1220 war ihr in Halle in Thü- ringen eine Spitalsgründung des Ordens geweiht worden. Sowohl die Standorte der Besitzungen in Österreich ( Wien , Wiener Neustadt , Graz , Groß Sonntag , Marburg an der Drau , Friesach , Laibach ) als auch die be- sonderen Privilegien zeigen , dass der Deutsche Orden zur Sicherung des Nord- Süd-Weges von Wien über den Semmering zur Adria mitwirken sollte , der sowohl der Pilgerweg als auch der Anmarschweg deutscher Kreuzzugsteilnehmer zu den italienischen Ausgangshäfen für die Überfahrt ins Heilige Land ( Venedig , Bari , Trani , Brindisi , Messina ) war.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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