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Der Städtebau unter Ottokar II. Přemysl 323
nach böhmischem Muster auf pyramidenförmigen Wandkonsolen mit polygona-
len Kapitelldeckplatten. Im Mittelteil der Fassade zum Hohen Markt besaß die
Gozzoburg drei breite Biforienfenster. Ihre diamantierten Einfassungen und die
in Eckspornen auslaufenden Bogenauskehlungen sind Formdetails noch aus der
Babenbergerzeit , doch die Biforienform mit Kleeblattbogen und der eingeschrie-
bene Vierpass entsprachen bereits neueren böhmischen Anregungen.
Eng mit der böhmischen Baukunst verwandt sind die Formen der Kathari-
nenkapelle der Gozzoburg. Der quadratische , hohe , im Obergeschoss des Ost-
flügels gelegene Kapellenraum war mit einem achtteiligen Sternrippengewölbe
überspannt , das als ältestes Beispiel dieser Wölbungsform in Österreich gilt. Die
Kapelle besaß zwei- und dreibahnige Maßwerkfenster1083 und eine kleine poly-
gonale Apsis , die am Außenbau als Erker in Erscheinung trat. Die bauplastischen
Eigenschaften der Kapitelle und Schlusssteine ( 174 a , 174 b ) lassen deutliche Bezü-
ge zur königlichen Baukunst in Böhmen ( Kapelle der Bischofsburg in Horšovský
Týn / Bischofteinitz ) erkennen. Im Turm des Palastrakts wurde ein Zyklus von
Abb.
177 : Südportal der ehem. Dominikaner kirche in
Krems Abb.
178 : Westportal der ehem. Dominikanerkirche in
Krems
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Title
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Author
- Mario Schwarz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur