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Die Bautätigkeit unter Ottokar II.
Přemysl330
mit seiner Gattin Gisela dieses Klos-
ter und stellte zur Gewinnung des
Baumaterials seine Burg Minnbach
zum Abbruch zur Verfügung1104.
Außerdem bestimmte der Stifter
die Klosterkirche zu seiner Grab-
lege1105. 1272 erhielt die Stiftung
päpstlichen Schutz , Ottokar II. ge-
währte dem Kloster zahlreiche Ver-
günstigungen. In der Literatur galt
dieser Bau lange Zeit als die älteste
zweischiffige Hallenkirche in Öster-
reich1106. Andrea Keck erbrachte je-
doch 1995 den Beweis , dass das Langhaus der Kirche ursprünglich ein einschiffiger ,
flach gedeckter Saalraum war ( Abb.
186 , 188 ) , der erst einige Jahre nach Erbauung ,
vielleicht als der Kirche 1289 auch Pfarrfunktionen verliehen wurden , mittels einer
Reihe achteckiger Pfeiler zweischiffig eingewölbt wurde1107. Es entstand eine vier-
jochig kreuzrippengewölbte Halle mit längsoblongen Gewölbejochen. Sekundär
hergestellt wurden auch die Strebepfeiler an der Nordseite des Langhauses. Aus der
ältesten Bauzeit stammt noch der einjochige kapellenartige Chor mit Polygonalap-
sis , sechsteiligem Gewölbe und umlaufenden Blendarkaden ( Abb. 187 ) , der durch
einen Lettner vom Langhaus abgeschrankt war. Im Westbereich des Langhauses
bestand eine große , über die halbe Länge des Saalraums reichende , zunächst aus
Holz errichtete Empore für die Abhaltung des täglichen Offiziums der Nonnen1108.
Diese wurde im Zuge des Hallenumbaus durch eine steinerne von Kreuzrippenge-
wölben getragene Emporenanlage ersetzt. Richard Kurt Donin hat auf die große
Ähnlichkeit der Gewölbedienste , Konsolen und Rippenanläufe mit der Kremser
Dominikanerkirche und des sechsteiligen Chorgewölbes mit der Minoritenkirche
von Stein hingewiesen1109. Weitere Beziehungen zu Bauten der ottokarischen Zeit
zeigen sich im Vergleich mit dem Wienertor in Marchegg , der Gozzoburg in Krems
sowie den Burgen von Zvíkov / Klingenberg und Pisek in Böhmen und zum Prager
Agneskloster1110. Abb.
188 : Rekonstruktion des ersten Bauzu
standes der ehem. Dominikanerinnenkirche in
Imbach , Ansicht von Nordost
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Title
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Author
- Mario Schwarz
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2013
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur