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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Jahrhundertwende. Rückblick und Ausblick 387 DIE JAHRHUNDERTWENDE. RÜCKBLICK UND AUSBLICK Wenn unsere chronologische Darstellung hier das Ende des 13. Jahrhunderts er- reicht , bietet es sich an , einen Überblick über die kulturhistorische Gesamtpers- pektive der Entwicklung zu geben. Aus architekturikonologischer Sicht wurde versucht , die Bauziele einzelner Auftraggeber , die als historische Protagonisten das Geschehen in Österreich bestimmt haben , formanalytisch zu interpretieren. Die Feststellung von neuen Errungenschaften in der Baukonstruktion , in der Ge- staltung der Raumstruktur und in ihren wirkungsästhetischen Effekten bis hin zu vielfältigsten , charakteristischen Einzelformen und Baudetails ergibt für das 13. Jahrhundert das Bild einer Vernetzung der Kunstlandschaft Österreichs in weit gespannte kulturgeografische Zusammenhänge. Motiviert war das Streben der Machtträger im Erreichen architektonischer Repräsentation auf höchstem , aktuellstem Qualitätsniveau in einer Demonstration von Gleichrangigkeit mit den als Vorbilder erkannten Errungenschaften der Baukunst im Ausland. Dieser Ehrgeiz war nicht unwesentlich beeinflusst durch die historischen Konstellationen der Kreuzzüge und die dadurch intensivierten kulturellen Kontakte mit den füh- renden westeuropäischen Mächten dieser Bewegung und ist gleichermaßen auch kennzeichnend für andere mitteleuropäische Fürstenhöfe ( Böhmen , Ungarn ). Die prominentesten Beispiele dafür sind zur Zeit der Babenberger die Capella Speciosa von Klosterneuburg und die Kreuzganganlagen der babenbergischen Stiftungsklöster Lilienfeld und Heiligenkreuz. Mit diesen Auftragswerken wurde ein Repräsentationsanspruch erhoben , der die Landesfürsten von Österreich auf die Stufe der höchst angesehenen Kulturträger dieser Zeit , konkret des franzö- sischen Königshofes und der zugehörigen Bischöfe in Frankreich , stellen sollte. Vermittlung auf höchstrangigem Niveau war es offensichtlich , die es ermöglichte , für die fürstlichen Aufträge in Österreich Maestranzen von Baukünstlern anzu- werben , die den Gebrauch der neuesten Errungenschaften und den Formenkanon der gotischen Architektur perfekt beherrschten und damit zugleich die architek- tursprachlichen Codes der neuesten Entwicklung einsetzten. Für die Großformen zu nennen sind dabei das aus der französischen Kathedralgotik bezogene gotische Gewölbesystem der durchlaufenden Travées , das mehrschalige , diaphane Wand- system , die Vollendung des Strebewerks im Skelettbau , die polygonale Apsidenge- staltung und die variationsreiche Durchbildung der Bündelpfeiler. Im Sakralbau treten nun Hallenjoche und Hallenumgänge erstmals im Land in Erscheinung.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Title
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Author
Mario Schwarz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
498
Keywords
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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