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Baustelle Elektromobilität - Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
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172 SybilleBauriedl neAusrichtungdigitalerUmbrücheamZielderNachhaltigkeit (WBGU2019: 1). Solange E-Car-, E-Roller- und E-Scootersharing additive Mobilitäts- dienstleistungen in den Zentren bleiben,werden sie nicht zur Bearbeitung derMobilitätskrise in Städten beitragen. Es wird durch diese Zusatzange- bote nicht zur Minimierung von Gesundheitsrisiken und Todesfällen von Verkehrsteilnehmer*innen kommen (wie von diversen verkehrspolitischen Verbänden in der »Vision Zero«-Kampagne gefordert). Auch E-Carsharing- Fahrzeuge verursachen Verkehrstote, sie produzieren Feinstaub durch Reifenabrieb im innerstädtischenStopp-and-go-Verkehr,und sie blockieren öffentlichenRaumfürParkplätze.AlldieseNegativfaktorengehenzuLasten aller Stadtbewohner*innen und Verkehrsteilnehmer*innen. Forschungser- gebnisse zu ökologischenEffekten, zurWirkung auf das Verkehrsverhalten oder für eine flächensparendeSiedlungsentwicklung liegen fast ausschließ- lichausdenUSAvorundsindaufGrundder sehrunterschiedlichenÖPNV- Versorgung und Siedlungsstruktur nicht übertragbar, geben aberHinweise aufTransformationstrends.EineaktuelleStudiederUnternehmensberatung AT Kearney zeigt, dass regelmäßiges Free Floating-Carsharing zu Lasten des ÖPNV geht. Es wird von Nutzer*innen als komplementärer Service zum eigenen Auto gesehen, aber nicht als Ersatz des eigenen Fahrzeugs (ATKearney 2019).Die zentrale Aussagedieser Studie ist, dass derWunsch nach permanenter Verfügbarkeit eines eigenen Autos trotz E-Carsharing weiterbesteht. Diese Konkurrenz zum ÖPNV nennt Markus Wissen auch eine »Kommodifizierung von Kollektivität«, der mit einer demokratischen OrganisationvonMobilitätsdienstleistungensowiederProduktionderdafür nötigenTransportmittelbegegnetwerdenkönnte (Wissen2019). Durch den Einfluss von IT imVerkehrssektorwerden sich auch Raum- strukturen, Standortmuster, Umwelt- und Stadtqualitäten verändern. Die Stadtforschung zuE-Carsharing erwartet nicht nurKonkurrenzen derMo- bilitätsanbieter, sondern auch Nutzungskonkurrenz öffentlicher Flächen. Ohne regulative Maßnahmen wird es wahrscheinlich nicht nur zu einer Zurückdrängung des öffentlichen Nahverkehrs beziehungsweise »starker Verschiebung von Attraktionsrelationen« und einer »Rückverlagerung des Umweltverbundes« (ÖPNV,Rad-, Fußverkehr) zugunsten des automatisier- tenunddigitalvernetztenAutoverkehrs,sondernauchzueinerErhöhungvon motorisiertemVerkehr und Flächeninanspruchnahme kommen (Beckmann 2018: 14). Das heißt: Smart Mobility-Angebote transformieren die autoge- rechte und zersiedelte Stadt des fossilen Zeitalters in eine elektrifizierte,
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Baustelle Elektromobilität Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Title
Baustelle Elektromobilität
Subtitle
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Author
Achim Brunnengräber
Editor
Tobias Haas
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5165-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
450
Keywords
Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
Category
Technik
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