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Baustelle Elektromobilität - Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
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Die ressourcenpolitischeAbsicherungdesE-Autos 299 DennochliegendenUnternehmennichtalleInformationenzudenLiefer- kettenvorundauchdieIntensitätdes jeweiligenEngagementsunterscheidet sich,wieeineBefragungderKonzernezeigt.5 Die Bemühungen der Automobilindustrie umSozial- undUmweltstan- dards oder für Nachhaltigkeit bedeuten nicht, dass alle Betroffenen einer Rohstoffregion in denBlick geraten; denn diese Standards betreffen in der Regel in erster Linie diejenigen, die in die Produktion beziehungsweise die Lieferkette eingebunden sind. Vom Einsatz von giftigen Chemikalien, der WasserverunreinigungoderderVersalzungderBödensindweitmehrMen- schen betroffen als diejenigen, die über schlechte Arbeitsbedingungen oder dieLuftverschmutzungamArbeitsplatzklagen; sprichdiejenigen,die inden unmittelbaren Produktionsprozess eingebunden sind. Diemangelnde Ein- bindungderBevölkerung inpolitischeEntscheidungenwie etwabei der Li- zenzvergabe,Umsiedlungen,LandvertreibungenundEnteignungen,oderdie Kriminalisierungderjenigen, die protestierenundWiderstand leisten, blei- benaußenvor,wennnurdieTransparenz enger Lieferkettenberücksichtigt wird.DieAutomobilkonzernesindfolglichmiteinerDoppelaufgabekonfron- tiert:siemüssensowohlfür›saubere‹RohstoffeinnerhalbderLieferkettesor- genundauchdasweitereLebensumfeldderMenschenindenFörderregionen berücksichtigen,fürdessenZerstörungsieanderfallsmitverantwortlichsind. Und noch einweiteres Problem stellt sich, das die Kommunikation so- wiedieKontrolleüberdiesozial-undumweltverträglicheRohstoffförderung schwierig gestaltet: Die Entwicklung von Zertifizierungsmechanismenmit unterschiedlichenBewertungskriterienunddiePrüfungderEinhaltungdie- ser Kriterien sindmittlerweile zu einemunüberschaubarenGeflecht ange- wachsen.Meist beziehen sie sich auf Konfliktrohstoffe wie Kobalt aus der Republik Kongo; der Lithium-Abbauwird noch nicht umfassend aufgegrif- fen. Insgesamt handelt es sich also erstens nur um eine partielle und nicht übergreifendeSetzungvonStandards,die vonFall zuFall angepasstwerden können.Zweitenshandelt es sichum soft law,mitderdieAutomobilkonzerne vermeiden, gesetzliche – und sanktionierbare –Regeln einhalten zumüs- sen.WennAutofirmen allerdings damit beginnen, ihre Rohstoffe direkt zu beziehen und an die Zelllieferantenweiterzugeben, steigt auch der Verant- wortungsdruck,grundsätzlicheRegelmechanismenzuerarbeiten. 5 Siehe dazu zum Beispiel die Ergebnisse der Befragung vom INKOTA Netzwerk: www.inkota.de/themen/ressourcengerechtigkeit/e-mobilitaet/e-mobilitaet0/#inahl- te,zuletztgeprüftam27.01.2020.
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Baustelle Elektromobilität Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Title
Baustelle Elektromobilität
Subtitle
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Author
Achim Brunnengräber
Editor
Tobias Haas
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5165-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
450
Keywords
Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
Category
Technik
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