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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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Page - 76 - in Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie

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76 | Karin Almasy illustriert werden, wie bei geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen zu ge- mischtsprachigen Regionen der späten Habsburger Monarchie quellenkritisch mit Postkarten gearbeitet werden kann. Bei den in diesem Beitrag verwendeten Bei- spielen handelt es sich durchwegs um Postkarten, die in der zwischen 1890 und 1920 aus der Untersteiermark versendet wurden. Ziel ist es, anhand der hand- schriftlichen Benutzung von Postkarten Einblicke in die Untersteiermark zu er- möglichen, gleichzeitig aber auch für geografisch und zeitlich anders gelagerte Untersuchungsgegenstände methodisch-theoretische Anregungen für die Arbeit mit dem Quellenmedium Postkarte zu geben. ALLTAGSSPRACHE & ALLTAGSWELTEN IN DER UNTERSTEIERMARK/SPODNJA ŠTAJERSKA Postkarten waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein neues, frisches, nieder- schwelliges und dynamisches Kommunikationsmedium, und ihre Verwendung beschränkte sich keineswegs auf die uns noch heute bekannte touristische Funk- tion. Stattdessen wurden sie auch häufig für die Organisation des alltäglichen Le- bens verwendet, um Beziehungen zu pflegen und miteinander in Verbindung zu bleiben. Vor der flächendeckenden Einführung des Telefons waren Postkarten die schnellste und unkomplizierteste Art und Weise, mittels Kurzbotschaften mitei- nander zu kommunizieren. Durch die prompte Postzustellung innerhalb von Städ- ten und ausgezeichnete Über-Land-Verbindungen, die durch gute Zugverbindun- gen ermöglicht wurden, war die Postkarte ein hochfrequentes und rasches Me- dium.2 Der beschränkte Platz auf Postkarten veränderte auch eingefahrene Schreibge- wohnheiten und zwang zur Weglassung langatmiger Höflichkeitsfloskeln sowie zu schnellem, flüchtigen Schreiben, manchmal auch mit Bleistift statt mit Tinte. Damit wurden auch Bevölkerungsschichten zum Schreiben animiert, die traditio- nell kaum bzw. gar nicht schriftlich kommunizierten. Postkarten führten damit zu neuen alltäglichen Schreibgewohnheiten, die den heutigen SMS-, Chat- und WhatsApp-Kommunikationsformen nicht unähnlich sind.3 2 Almasy/Tropper, Štajer-mark, S. 24f. 3 Zur Mediengeschichte der Postkarte und neuen Formen des Schreibens vgl. Esther Milne, Letters, postcards, email. Technologies of presence, New York 2010; Anett Holzheid, Das Medium Postkarte, Würzburg 2011; Martyn Lyons (Hg.), Ordinary writ- ings, personal narratives. Writing practices in 19th and early 20th-century Europe,
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Title
Bildspuren – Sprachspuren
Subtitle
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Authors
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Editor
Eva Tropper
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
346
Keywords
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Categories
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