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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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Page - 82 - in Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie

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82 | Karin Almasy in den größeren Kontextualisierungsmöglichkeiten des Materials, während lose Einzelstücke in der Regel eine genauere Kontextualisierung nicht bzw. kaum zu- lassen. Im Folgenden geht dieser Beitrag aber der Frage nach, wie man methodisch mit solchen Einzelkarten umgehen und deren Quellenwert näher bestimmen kann. Besprochen werden bewusst ‚häufige‘, ‚alltägliche‘ Phänomene auf Postkarten: Sie wurden von keinen prominenten Schreiberinnen und Schreibern, zu keinen besonders außergewöhnlichen Themen oder Anlässen verfasst. Im Fokus stehen dabei die handschriftlichen Texte und die individuellen Gebrauchsweisen von Postkarten. ANEIGNUNGSFORMEN VON POSTKARTEN: IDENTIFIKATIONEN IN DER SPÄTEN HABSBURGER MONARCHIE Wie sich Individuen Postkarten aneigneten, diese individualisierten und sich da- mit gleichsam symbolisch in einen Raum ‚einschrieben‘, kann Rückschlüsse auf ihre individuellen Bezugsräume und Identifikationen ermöglichen. Als Beispiel hierfür kann die Frage nach nationalen Gesinnungen, aber auch anderen Identifi- kationskategorien in der Bevölkerung der späten Habsburger Monarchie genannt werden. So gab es explizit nationale Postkarten mit nationalen Bildmotiven und Aufdrucktexten, die meist von nationalen Schutzvereinen (wie dem Deutschen Schulverein, dem Verein Südmark, dem Turnverein Sokol oder dem Kyrill- und Method-Verein/Družba sv. Cirila in Metoda) produziert wurden und mit denen die ‚nationale Sache‘, d.h. die Tätigkeit des jeweiligen Vereins, unterstützt wurde. Ebenso konnten Individuen aber auch in nationaler Hinsicht neutrale, topographi- sche Postkarten national ‚kodieren‘ und ihre nationalen Überzeugungen hand- schriftlich zum Ausdruck bringen. In Abb. 1 zu sehen ist eine durchaus übliche nationale Aneignung, die sich auf topographischen Postkarten in gemischtsprachigen Gebieten finden lässt: die Durchstreichung der Sprache des jeweils anderen politisch-nationalen Lagers. Beispiele hierfür lassen sich für beide nationalen Lager gleichermaßen finden; aus Platzgründen wird an dieser Stelle aber lediglich ein Beispiel deutschnationaler Aneignung (und auch nur der Bildseite) besprochen. Der slowenische Aufdruck- text „Pozdrav iz Virštanja“ sowie die Bildunterschriften „Cerkev sv. Filipa“ und Korrespondenzen, 1900 bis 1936; [Ausstellung Format Postkarte, Illustrierte Korrespon- denzen, 1900 bis 1936, Photoinstitut Bonartes, Wien (22. Oktober 2014 – 13. Februar 2015) und GrazMuseum (12. März – 15. Juni 2015), Wien 2014, S. 73-87.
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Title
Bildspuren – Sprachspuren
Subtitle
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Authors
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Editor
Eva Tropper
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
346
Keywords
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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