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Der Quellenwert handschriftlicher Spuren auf Postkarten | 93
Emil fragt mich in jedem Brief nach ihnen. Slavka sagt, warum sie (beide) nie-
mals mehr schreiben. Die Naprudnik-Patin wird angeblich schon in Celje blei-
ben. Ich habe eine große Freude, dass wir beide noch zusammenbleiben. Sei
immer brav, gehorch schön deiner Hausherrin.']
Quelle: Sammlung Pfandl (polos.2038)
Was erzählen uns Postkarten wie diese – verfasst in einem einfachen, dialektal
gefärbten Slowenisch, das vom bescheidenen Bildungshintergrund der Schreibe-
rin zeugt – über die Zeit des Ersten Weltkrieges in der Untersteiermark? Zum ei-
nen, dass das Leben der Zivilbevölkerung in manchen Belangen ‚normal‘ weiter-
ging, da die Untersteiermark zwar ab Mai 1915 zum weiteren Kriegsgebiet ge-
hörte, aber von Kampfhandlungen nicht direkt betroffen war. Betroffen war sie
aber natürlich wie alle Teile der Monarchie indirekt durch die zusätzliche wirt-
Bildspuren – Sprachspuren
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Title
- Bildspuren – Sprachspuren
- Subtitle
- Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Authors
- Karin Almasy
- Heinrich Pfandl
- Editor
- Eva Tropper
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4998-1
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen