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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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Wie die Nadel im Heuhaufen | 103 82.212 Personen (21,2 %) mit slowenischer Umgangssprache.3 Die Zahlen doku- mentieren somit einen absoluten und relativen Rückgang des Bevölkerungsanteils mit slowenischer Umgangssprache, was jedoch – trotz der in einigen Teilen des traditionellen Siedlungsgebietes mit einst überwiegend slowenischer Bevölkerung beobachtbaren sprachlichen Assimilationsprozesse – ein zunächst größtenteils amtlich-statistischer Rückgang war und als Folge der strukturellen Hegemonie der Kärntner deutscher Sprache gedeutet wurde. Selbst der „Völkische Reiseführer durch Südösterreich“ hob hervor, dass bei den Volkszählungen „nur die Umgangs- sprache, nicht aber die Angehörigkeit zur Muttersprache gezählt wird, so dass die Zahlen den Machteinfluss des deutschen Wesens erkennen lassen.“4 Im Rahmen einer privaten Volkszählung, durchgeführt vom 'Politischen und wirtschaftlichen Verein für die Slowenen in Kärnten' („Politično in gospodarsko društvo za Slo- vence na Koroškem“), kam man 1910 auf 134.920 Slowenen, was einen Anteil von fast 35 Prozent ergab.5 In Südostkärnten herrschte eine Koexistenz zweier Sprachen – des Sloweni- schen und des Deutschen. Das unterscheidet Kärnten nicht grundsätzlich von an- deren Ländern mit slowenischer Bevölkerung. Von Land zu Land zwar unter- schiedlich, abhängig von den zahlenmäßigen, ökonomischen und politischen Stär- keverhältnissen zwischen den einzelnen Nationalitäten, waren in verschiedenen Konstellationen im gesellschaftlichen Leben neben dem Slowenischen zwei oder drei Sprachen (Deutsch, Italienisch, Ungarisch, Furlanisch) präsent. Dies spiegelt sich auch auf den erhaltenen Ansichtskarten wider. SPRACHE(N) UND GESELLSCHAFT Kärnten, in besonderer Weise Südostkärnten, an der Wende vom 19. zum 20. Jahr- hundert soziolinguistisch zu beschreiben, stellt eine komplexe Herausforderung dar. Grundsätzlich gab es eine Koexistenz von Viel- und Zwei-/Mehrsprachigkeit. 3 Die hier angegebenen Zahlen wurden einer Abhandlung entnommen, die 1937 in slo- wenischer Sprache und 1979 in deutscher Übersetzung erschien: Fran Zwitter, Die Kärntner Frage, Klagenfurt/Celovec 1979, S. 14. 4 Ludwig Jahne, Völkischer Reiseführer durch die Deutschen Siedlungen Südösterreichs, Klagenfurt 1914, S. 80. 5 Moravski [d.i. Valentin Rožič], Slovenski Korotan, Celovec 1919, S. 66.
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Title
Bildspuren – Sprachspuren
Subtitle
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Authors
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Editor
Eva Tropper
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
346
Keywords
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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