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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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140 | Heinrich Pfandl WIE LAIBACH ZU LJUBLJANA WIRD Als Ausgangspunkt für unseren Blick über die geographischen Grenzen unseres von Oktober 2016 bis September 2020 laufenden Forschungsprojekts zur Unter- steiermark Postcarding Lower Styria nehmen wir die Hauptstadt des Kronlandes Krain Laibach: Die Stadt hatte entsprechend der Sprachenerhebung7 von 1880 bei 24.824 Einwohnern 22,8% deutschsprachige und 75,9% slowenischsprachige Be- wohner,8 dieses Verhältnis änderte sich jedoch bis zur letzten Zählung der Donau- monarchie entscheidend: Von 41.727 Einwohnern gaben 1910 nur noch 14,3% das Deutsche als Umgangssprache an, während der Anteil der Bürger mit slowe- nischer Umgangssprache auf 81,1% angewachsen war.9 Die Gründe dafür waren mannigfaltig und können hier nicht im Detail erörtert werden; als Stichworte mö- gen Faktoren wie der Zuzug aus dem slowenischen Umland, das Erstarken des slowenischen Nationalbewusstseins dank der Übernahme der Stadt durch den Bür- germeister Ivan Hribar (1896) sowie eine gewisse nationale Homogenisierung ge- nannt werden, welche üblicherweise, und so auch hier, die jeweilige Mehrheit be- günstigt. Auch wenn bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wichtige Impulse zur sloweni- schen Nationsfindung aus Wien, Graz, Klagenfurt/Celovec und Trieste/Triest/Trst kamen,10 kristallisierte sich doch Laibach mit seinem stark slowenisch geprägten 7 Wir sind uns dabei der Problematik der Spracherhebungen, die eher Macht- als reale Sprachverhältnisse abbilden, durchaus bewusst (vgl. dazu Emil Brix, Die Umgangs- sprachen in Altösterreich zwischen Agitation und Assimilation. Die Sprachenstatistik in den zisleithanischen Volkszählungen 1880 bis 1910. Wien, Köln, Graz 1982) und verstehen die Angaben dazu in diesem Artikel lediglich als Orientierungshilfe. 8 Die Bevölkerung der im Reichrathe vertretenen Königreiche und Länder nach Religion, Bildungsgrad, Umgangssprache [...], 2. Heft [...], Wien 1882, S. 32, zitiert nach http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ors&datum=0001&page=276&size= 45 (11.01.2020) 9 Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrathe ver- tretenen Königreichen und Ländern. 2. Heft des ersten Bandes. Die Bevölkerung nach der Gebürtigkeit, Religion und Umgangssprache [...], Wien 1914, S. 43. Zit. nach http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ost&datum=0001&page=318 &size=281 (21.01.2020). In absoluten Zahlen war der Anteil der Deutschsprachigen etwa gleich hoch wie 1880. 10 Vgl. dazu Karin Almasy, Kanon und nationale Konsolidierung. Übersetzungen und ide- ologische Steuerung in slowenischen Schullesebüchern (1848-1918), Wien, Köln, Wei- mar 2018, S. 170ff.
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Title
Bildspuren – Sprachspuren
Subtitle
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Authors
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Editor
Eva Tropper
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
346
Keywords
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Categories
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