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166 | Heinrich Pfandl
Eine Standard-Karte dieser Zeit sieht in etwa aus wie die folgende, deren Auf-
drucktext deutsch, der Mitteilungstext (von einem Soldaten an seine Schwester
und seinen Schwager gerichtet) jedoch in einer der vielen Sprachen der Stadt, in
diesem Fall polnisch, gehalten ist:
Abb. 19: Czernowitz. Ringplatz, ohne Verlagsangabe, gelaufen 1906
Quelle: Sammlung Pfandl (Cz-HP9)
Und auch zehn Jahre später sieht eine durchschnittliche Karte aus Czernowitz
(Abb. 20 und 21) mit dem Standardmotiv der Residenz wie folgt aus, wobei hier
der Individualtext auf der Adressseite in einer anderen Sprache als die deutsche
Absenderangabe und die Angabe des Ziellandes (Kroatien) auf der Bildseite ge-
halten ist.
Auf der Adress- und zugleich Textseite grüßen in kroatischer Sprache zwei
mit „Gabi i Karlo“ unterzeichnete Personen ‚aus dem Fernen Osten‘ („iz dalekog
istoka“) den Adressaten; dieser, laut Adresse ein Professor, wird als Jubilar ange-
sprochen, weiters ist die Rede von einer jungen Jubilarin. Dass rund um die beiden
Städte und zwischen den Korrespondierenden gerade ein Weltkrieg stattfindet, er-
kennt man allenfalls am Stempel der k.u.k. Militärzensur.
Bildspuren – Sprachspuren
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Title
- Bildspuren – Sprachspuren
- Subtitle
- Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Authors
- Karin Almasy
- Heinrich Pfandl
- Editor
- Eva Tropper
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4998-1
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen