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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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Beobachtungen zum Slowenischen | 181 vokals in unbetonter Stellung sehen wir auch in einer Mitteilung über das Begräb- nis des Sachsenfelder Bierbrauers Simon Kukec auf einer Postkarte18 an den im Forschungsprojekt in einer eigenen Fallstudie behandelten Ivan Cizelj:19 Diese Karte führt uns auf die Spur der Familie Kukec, deren Grabstein in Žalec/Sachsenfeld noch heute von diesem linguistischen Phänomen zeugt (RODBINA KUKECOVA). Die hochinteressante Geschichte dieser Familie würde jedoch den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen und soll daher einer anderen, späteren Arbeit vorbehalten bleiben. Dialektal bedingt sind auch, im morphologischen Bereich, Dual- und Plural- formen des Verbs in der Form bote20 für boste 'ihr werdet', also eine Vereinheitli- chung der Endungen von präfigierten und unpräfigierten Verben ohne den Kon- sonanten -s-, welche für die steirischen Dialekte typisch ist (bota/bote statt bosta/boste), während andere Dialekte die Formen mit -st- generalisieren (delaste statt delate). Ebenfalls nur dialektal zu erklären sind Fälle von Maskulinisierungen von Neutra, ein Phänomen, welches allerdings nur die Adjektiva bzw. Possessiv- pronomina erfasst: „da je bilo naš svidanje tako kratko“ 'dass unser [masc. sg.] Wiedersehen [neutr. sg.] so kurz war'.21 Auch in der bereits thematisierten Karte eines Soldaten, die vor 1915 von Žalec/Sachsenfeld nach Pula/Pola versandt wurde, findet man eine dialektal für die Savinja-Region typische Lautung eines 18 Gelaufen 1905 von Žalec/Sachsenfeld nach Klagenfurt/Celovec, vgl.: https://gams.uni- graz.at/o:polos.1270 19 Vgl. dazu die Fallstudie im Ausstellungskatalog Almasy/Tropper, Štajer-mark, S. 135- 147. 20 Gelaufen nicht vor 1905 von Žalec/Sachsenfeld nach Pula/Pola, vgl.: https://gams.uni- graz.at/o:polos.428 21 https://gams.uni-graz.at/o:polos.50. Vgl. dazu auch Tjaša Jakop, Maskulinizacija in fe- minizacija v srednjesavinjskem narečju, in: Slavistična revija: časopis za jezikoslovje in literarne vede, Jahrgang 67 (2019), Nr. 2, S. 253-262. „Preljubi mi Janko! | [...] Danes sem prišel k pogrebu g. Rudolf Kukeca, | kateri je na nagloma umrl. | Nebroj pozdravov in najsrčnejših poljubčkov | od Tvojega [Unterschrift unles.] “ [Übersetzung: 'Mein liebster Janko! Heute bin ich zum Begräbnis von Herrn Ru- dolf Kukec gegangen, der unerwartet verstorben ist. Zahllose Grüße und herz- lichste Küsse von deinem [Unterschrift unles.]']
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Title
Bildspuren – Sprachspuren
Subtitle
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Authors
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Editor
Eva Tropper
Publisher
transcript Verlag
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
346
Keywords
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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