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Beobachtungen zum Slowenischen | 187
Es geht um die Grußformel am Ende des Grußtextes. Ein Blick auf die Bildseite
führt zu nur noch mehr Verwirrung: Der Individualtext dort lautet: „Tisuč [‘tisoč’]
poljubov Tebi in mama Tvoj papa“ ('Tausend Küsse Dir und [der] Mama Dein
Papa'). Diese Texte machen zunächst stutzig: Warum verwendet das Kind im ers-
ten Mitteilungstext die Form mamata für den Akkusativ Singular des Lexems
mama, und warum verwendet der Erwachsene als Dativform die Nominativ- (bzw.
Lemma-)Form mama („Tebi in mama“)? Auf die Lösung brachte uns der zufäl-
lige Fund einer weiteren, von derselben Vera zwei Jahre früher an ihre Mutter
geschriebenen Karte:
Abb. 6: Tüffer. Franz Josefsbad – Cursaal, gelaufen 1904 nach
Vrhnika/Oberlaibach.
Quelle: Osrednja knjižnica Celje (polos.52)
„Ljuba mama! Pozdrav[i] Papata, Vladkota in Tebe od vaše Vere “
[Übersetzung: 'Liebe Mama! Gruß [Grüß'] den Papa, Vladko und Dich von eurer
Vera']
Bildspuren – Sprachspuren
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Title
- Bildspuren – Sprachspuren
- Subtitle
- Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Authors
- Karin Almasy
- Heinrich Pfandl
- Editor
- Eva Tropper
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4998-1
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 346
- Keywords
- Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen