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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
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154 katharina hranitzky Cod. 490) ist wesentlich schwieriger zu definieren.41 In vielerlei Hinsicht entspricht es dieser Fassung (vgl. Abb. 10–12 mit Abb. 1–3), sogar in markanten Details wie dem (auch in Lyon, Ms. 445 enthaltenen) Zeptermotiv am Medaillon für Tiberius auf der letzten Seite des Compendiums (vgl. Abb. 11 mit Abb. 2) oder den nicht fortgeführten, abgeknickten Linien, die auf fol. 2v von Hiob und Balaam ausgehen (vgl. Linz, fol. 4v; in Lyon wurden sie weggelassen, siehe oben). Doch weist der aus Heiligenkreuz stammende Cod. 378 auch einige gravierende Unterschiede zum Baumgartenberger Exemplar auf. So sind zum Beispiel die Medaillons hier – anders als in Cod. 490 – teilweise ineinandergeschoben und teilweise durch lange dünne Striche miteinander verbunden (vgl. Abb. 10–12 mit Abb. 1–3). Auch zeigt sich bei näherem Hinsehen, dass die Genealogie in Cod. 378 auf foll. 2r (Abb. 10) und 6v einem ganz anderen Modell gefolgt ist als diejenige in Cod. 490 (vgl. hier foll. 4r, Abb. 1, und 8v).42 Besonders auffällig ist in Cod. 378 schließlich die von Linz und Lyon abweichende Form jenes zum Compendium gehörigen Schemas, das die An- ordnung der Stämme Israels um das Offenbarungszelt veranschaulicht: Der quad- ratischen Lösung in Linz (Abb. 3) steht in Cod. 378 eine vierpassförmige Variante des Diagramms gegenüber (Abb. 12). Die von Cod. 490 abweichenden Merkma- le des Cod. 378 finden sich ähnlich in anderen, vermutlich älteren Versionen des Compendiums wieder, so zum Beispiel in dem aus Mondsee stammenden, noch dem 12. Jahrhundert angehörenden Cod. 363 der Österreichischen Nationalbiblio- thek (vgl. zum Beispiel Abb. 10 mit Cod. 363, fol. 1v, dagegen Abb. 1; Abb. 12 mit Cod. 363, fol. 3r, dagegen Abb. 3; Cod. 378, fol. 6v mit Cod. 363, fol. 6r, dagegen Cod. 490, fol. 8v).43 Somit kann die Fassung des Compendiums, die im Band aus Heiligenkreuz (Cod. 378) vorliegt, als eine Art Mischform aus dem „Typ Baumgar- tenberg“ (Cod. 490) und einer anderen Version des Werks bezeichnet werden, die Parallelen etwa zur Mondseer Handschrift (Cod. 363) aufweist, deren Layout aber mit demjenigen im Codex aus Heiligenkreuz (Cod. 378) nicht identisch ist.44 Be- merkenswerterweise scheint die letztgenannte Handschrift zu einem etwas späteren Zeitpunkt noch weiter an den „Typ Baumgartenberg“ angepasst worden zu sein: 41 Ein eingehender Vergleich zwischen Baumgartenberg und Heiligenkreuz durch die Au- torin ist geplant. 42 Der Schreiber und Zeichner der Linzer Handschrift hat danach getrachtet, die einzelnen Textabschnitte (zum Beispiel Iste Enos cepit …) jeweils in der Nähe der korrespondie- renden Medaillons zu platzieren. Des Weiteren hat er die zentrale Linie der Vorfahren Christi ab dem Medaillon für Noah nicht dezentriert angeordnet. 43 Beschreibung unter: http://data.onb.ac.at/rec/AC13959652, mit Links zu Volldigitalisat und Literatur. – Eine ähnliche Form des genannten Schemas zum Beispiel auch in Linz, Oberösterreichische Landesbibliothek, Cod. 390, fol. 3v (Provenienz Suben, Volldigi- talisat unter: http://digi.landesbibliothek.at/viewer/overview/390/1/) oder St. Florian, Stiftsbibliothek, CSF XI 216, fol. 3v (siehe http://manuscripta.at/?ID=27884; vgl. auch Anm. 59); dieser Codex zeigt zudem auf der ersten Seite (fol. 2r) ein mit Cod. 378 über- einstimmendes Layout. 44 Auf wieder andere Quellen scheint zum Beispiel die rote Beischrift Tres Marie filie s. Anne auf fol. 7r zurückzugehen, die weder in Linz noch in Cod. 363 der Österreichi- schen Nationalbibliothek, dafür aber in etlichen anderen Exemplaren enthalten ist (so etwa, um zwei beliebige Beispiele zu nennen, in dem in Anm. 14 genannten Codex in Baltimore, fol. 4r, oder in Klosterneuburg, Stiftsbibliothek, CCl 696, fol. 7r, Frankreich, 13. Jahrhundert, siehe unter: http://manuscripta.at/diglit/AT5000-696/0019).
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Title
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Author
Christine Beier
Editor
Michaela Schuller-Juckes
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Size
18.5 x 27.8 cm
Pages
290
Categories
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