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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
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164 katharina hranitzky chen, Clm 2660, Abb. 15) handelt es sich eindeutig um eine Kopie des in Lyon aufbewahrten Codex aus St. Florian.61 Die vorgeschlagene Filiation (Abb. 16) kann tatsächlich am Historia-scholasti- ca-Teil der betreffenden Handschriften verifiziert werden. So ist bereits am Beginn der Historia in den drei Codices in Linz, Lyon und München (foll. 11v/9v/8v) de- ren enge Verwandtschaft deutlich zu erkennen. Man vergleiche insbesondere die identischen Glossen im linken oberen Viertel der ersten Seite, die in Linz und Lyon auch durch identische Paragraphzeichen markiert sind. Allerdings ist eine dieser Randanmerkungen (Effimera febris … nascitur) in Lyon auf dem rechten Seitenrand angeordnet, eine Abweichung von Linz, die auch München zeigt. In der letztgenannten Handschrift finden sich darüber hinaus auf den Rand notierte Er- gänzungen aus Lyon wieder, die Linz nicht aufweist; der Schreiber des in München aufbewahrten Exemplars fügte sie dann schon in den Fließtext ein.62 Besonders aufschlussreich ist die Gegenüberstellung der Baumgartenberger His- toria scholastica (Linz, Cod. 490) mit dem Exemplar aus Heiligenkreuz (Wien, Cod. 378). Es zeigt sich nämlich, dass die Heiligenkreuzer Handschrift ursprüng- lich eine Fassung des Werks überliefert, die von derjenigen in der Baumgartenber- ger leicht abweicht – zum Vergleich sei eine der ältesten Abschriften des Textes von punktuellen textlichen Erweiterungen des Compendiums gegenüber Linz fußen (siehe Anm. 44), und zum anderen, wie sich die frappanten übereinstimmenden Details zwi- schen den beiden Genealogien (siehe oben) erklären lassen. 61 Wie man in jedem Fall Kenntnis von der jeweils benutzten Vorlag erlangte, muss dabei offenbleiben. 62 Ähnliches zeigt zum Beispiel auch der Vergleich der foll. 12r/10r/9r. Auch finden sich im Münchner Clm 2660 am Schluss der Historia dieselben, in derselben Reihenfolge wie- dergegebenen und ähnlich durch Lombarden eingeleiteten Zusatzverse wie im Codex in Lyon, dessen Schreiber sie aus Linz kopiert hatte (siehe auch Anm. 51). Stemma der erhaltenen Handschriften mit dem Compendium historiae in genealogia Christi vom „Typ Baumgartenberg“ 13. Jh. 14. Jh. Wien, ÖNB, Cod. 378 Heiligenkreuz I. Abschrift der Historia scholastica und Anlage des Compendiums(?) Wien, ÖNB, Cod. 378 Heiligenkreuz II. Ausstattung des Compendiums(?), textl. Ergänzungen zu Compendium und Historia scholastica Linz, OÖLB, Cod. 490 Baumgartenberg Lyon, BM, Ms. 445 St. Florian(?) Einzelblatt aus dem Besitz des Franz von Hauslab München, BSB, Clm 2660 Aldersbach Wien, ÖNB, Cod. 364 Klosterneuburg Provenienz Zisterzienserstift Provenienz Augustiner- Chorherrenstift → Grüner Pfeil: Transfer wahrscheinlich aufgrund von geografischer Nähe (Lage an der Donau) → Blauer Pfeil: Transfer zwischen Klöstern desselben Ordens → Gestrichelter grauer Pfeil: Transfer ungeklärt Abb. 16: Filiationsschema der Handschriften mit Ausstattung vom „Typ Baumgartenberg“
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Title
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Author
Christine Beier
Editor
Michaela Schuller-Juckes
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Size
18.5 x 27.8 cm
Pages
290
Categories
Geschichte Chroniken
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