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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
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Page - 187 - in Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert

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187 das taBErnakEl aus krEiG vom 13. zum 14. Jahrhundert auch in anderen Orten der Region entstanden sind. Als Beispiele lassen sich die Kirchenbauten der unweit gelegenen Dörfer Toppertz/ Toporec, Kreuz/Krížová Ves, Richwald/Veľká Lesná, Großlomnitz/Veľká Lomnica, Kleinlomnitz/Lomnička, oder Matzan/Matiašovce anführen.25 Von der Erstausstat- tung dieser Gotteshäuser ist so gut wie nichts überliefert, und die ältesten Schich- ten der in einigen Fällen erhaltenen Wandmalereien zeigen in ihrem narrativen Anspruch einen anderen, bereits dynamischeren Figurenstil als das Tabernakel.26 Das legt auch für die jeweiligen Bauten und die mit ihnen in Verbindung stehende Kirche in Kreig eine spätere Datierung nahe. Es erscheint deshalb unwahrschein- lich, dass das Tabernakel von Anfang an für St. Katharina bestimmt war, auch wenn wegen des lückenhaften Denkmälerbestandes vor allem aus dem 13. Jahrhundert eine sichere Aussage kaum zu treffen ist.27 Geht man von einer lokalen, Zipser Herkunft des Tabernakels aus, kommen im Grunde nur zwei Bauten in Betracht, in denen bereits im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts Werke dieser Qualität beheimatet gewesen sein können: die im Jahr 1209 urkundlich belegte romanische Propsteikirche St. Martin im Zipser Ka- pitel/Spišská Kapitula28 und die 1223 gegründete Zisterzienserabtei in Schevnyk/ Spišský Štiavnik, bei der es sich um eine Tochtergründung von Morimond handel- te und deren Klosterkirche der Jungfrau Maria geweiht war.29 Die ursprüngliche Ausstattung beider Kirchen könnte seit dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts für andere Verwendungen zur Verfügung gestanden haben. Die Kapitelkirche wurde zwischen 1470 und 1480 baulich erweitert und mit mindestens fünf neuen Reta- beln bestückt.30 Die Zisterzienserkirche in Schevnyk wurde 1433 von den Hussiten geplündert, und die meisten Mönche scheinen das Kloster verlassen zu haben, das sich davon nicht mehr erholte. Nachdem die Gebäude 1530 erneut ausgebrannt sind, wird es 1531 in einer Urkunde als verlassen bezeichnet.31 Heute belegen neben 25 Zu den erwähnten Kirchen siehe Denkmalinventare Súpis pamiatok (zit. Anm. 24), Bd. 3, S. 292 (Toporec), Bd. 2, S. 146 (Krížová Ves); Bd. 3, S. 369 (Veľká Lesná); Bd. 2, S. 305 (Matiašovce); Bd. 3, S. 370–371 (Veľká Lomnica). 26 Großlomnitz/Veľká Lomnica, mindestens drei Schichten in der Sakristei und im Chor, spätes 13. Jahrhundert bzw. Anfang des 14. Jahrhunderts, siehe Togner/Plekanec, Stredo- veká nástenná maľba (zit. Anm. 15), S. 66–96. 27 Allgemein zur Kunst bzw. Skulptur des 13. Jahrhunderts in Mitteleuropa siehe Ernő Marosi: Die Anfänge der Gotik in Ungarn. Esztergom in der Kunst des 12.–13. Jahrhun- derts. Budapest 1984, hierzu vor allem S. 167–180; für die Situation in Böhmen siehe Aleš Mudra: Kapitoly k počátkům řezbářské tradice ve střední Evropě. Řezbářství 13. století v Čechách a na Moravě. Praha 2006. 28 Katedrála sv. Martina v Spišskej Kapitule, hg. von Magdaléna Janovská / Vladimír Olej- ník, Spišské Podhradie 2017; vgl. auch Terra Scepusiensis – Terra Christiana 1209–2009. Spišský hrad, Spišská Kapitula. Dve centrá v dejinách Spiša. Ausstellungskatalog, hg. von Mária Novotná, Levoča 2009. 29 Für die Architektur vgl. Bibiana Pomfyová: Spišský Štiavnik. Zaniknutý cisterciánsky Kláštor Panny Márie. In: Stredoveký kostol. Historické a funkčné premeny architektúry I, hg. von Bibiana Pomfyová, Bratislava 2015, S. 556–558 (mit älterer Literatur); zur Quel- lenlage und Geschichte vor kurzem Pavol Jakubčin: Kláštor cistercitov v Spišskom Štiav- niku. Trnava 2017 (Monasteriologia Slovaca III). 30 Mária Novotná: Umeleckohistorické diela. In: Janovská / Olejník, Katedrála sv. Martina (zit. Anm. 28), S. 274–302. 31 Jakubčin, Kláštor cistercitov (zit. Anm. 29), S. 58–61.
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Title
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Author
Christine Beier
Editor
Michaela Schuller-Juckes
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Size
18.5 x 27.8 cm
Pages
290
Categories
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