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Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4
projiziert. Des Weiteren wird angenommen, dass Hitzewellen wahrscheinlich häufiger
auftreten und länger andauern werden.
Durch den anthropogenen Klimawandel wird neben der Temperatur auch eine Reihe
anderer meteorologischer Variablen maßgeblich beeinflusst. Verbunden mit den poten-
ziellen Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind v.a. Veränderungen in den Nieder-
schlagsverhältnissen von großer Bedeutung. Viele Studien zeigen, dass sich Verände-
rungen in einzelnen Klimavariablen regional sehr unterschiedlich auswirken. Neben
Änderungen in den mittleren Verhältnissen ist v.a. mit häufiger auftretenden und
stärkeren Extremereignissen zu rechnen (IPCC 2013). Bezüglich der auftretenden
Temperaturwerte sind vermehrt warme und weniger kalte Extreme zu erwarten. Da
eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann, ist mit intensiveren
Niederschlägen zu rechnen.
Im Allgemeinen ist der langfristige Klimawandel im alltäglichen Leben nicht wahr-
nehmbar. Es gibt jährliche Schwankungen sowie das Aufeinanderfolgen von einigen
zu nassen oder zu trockenen bzw. zu kühlen oder zu warmen Saisonen. In Österreich
beträgt der Unterschied der saisonalen Mitteltemperatur zwischen einem sehr kalten und
einem sehr heißen Sommer ca. 5 °C (im Winter ca. 9 °C) (Datenbasis: SPARTACUS,
ZAMG (Hiebl und Frei 2016)). Der beobachtete Anstieg der saisonalen Mittel-
temperatur durch den Klimawandel reicht von 0,2 bis 0,4 °C pro Jahrzehnt und liegt
somit unter der Wahrnehmungsgrenze. Die jährlichen Niederschlagsschwankungen
an einem Ort sind noch größer, d.h., Veränderungen durch den Klimawandel sind
noch weniger direkt spürbar.
Trotz Klimawandel wird es auch in Zukunft immer wieder kühle oder verregnete
Sommer geben bzw. langanhaltende kalte Winter mit Temperaturen unter –10 °C.
Auch mehrere Jahre hintereinander mit ungewöhnlich kühlen Temperaturen in einer
Jahreszeit sind möglich, da die natürlichen dekadischen Schwankungen in unseren
Breiten in einer Größenordnung liegen, welche den Klimawandel von mehreren Jahr-
zehnten kompensieren kann. Dennoch schreitet der globale Klimawandel stetig voran.
Die reale Witterung ist immer eine Überlagerung von natürlichen Schwankungen,
dem globalen Klima und dessen Wandel. So wie dekadische Schwankungen den Klima-
wandel teilweise kompensieren können, führen sie bei einer positiven Überlagerung
zu weiteren Extremereignissen und potenziell auch zu Ausprägungen der Witterung,
die bisher nicht zu beobachten waren.
In Österreich manifestiert sich der Klimawandel bisher primär in einem Temperatur-
anstieg. Seit dem Höhepunkt der „Kleinen Eiszeit“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahr-
hunderts stieg die Jahresmitteltemperatur um mehr als 2 °C an. Die zunehmende
Erwärmung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte überwiegend natürliche
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Title
- Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Authors
- Erwin Schmid
- Tobias Pröll
- Publisher
- Springer Spektrum
- Location
- Wien
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-662-60435-9
- Size
- 17.3 x 24.6 cm
- Pages
- 288
- Keywords
- Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
- Categories
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima